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Weltweit Mobilfunkstandard 5G steht im Mittelpunkt
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mobilfunkstandard 5G steht im Mittelpunkt
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00:20 30.03.2019
Messe-Chef Jochen Köckler freut sich übervein ausgebuchtes Gelände. Quelle: dpa
Hannover

Der deutschen Wirtschaft soll der neue Mobilfunkstandard 5G erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen – bei der Hannover Messe können die Besucher bereits nächste Woche erleben, wie das höhere Tempo bei der Datenübertragung die Industrie verändern wird. „Damit zieht die künstliche Intelligenz in die Fabriken ein“, sagte Messe-Chef Jochen Köckler am Mittwoch. In Halle 16 haben die Veranstalter ein eigenes Testfeld aufgebaut.

Die schnelle Datenkommunikation mittels 5G gilt als zentraler Hebel für die immer stärkere Automatisierung und effizientere Produktionsprozesse. Der neue Standard soll unter anderem fahrerlose Transportsysteme, mobile Werkzeuge und kabellos vernetzte Maschinenparks möglich machen. „Das ist jetzt der große Durchbruch“, sagte Nokia-Manager Thorsten Robrecht, dessen Unternehmen am Aufbau des Testfeldes beteiligt ist: „Der neue Mobilfunkstandard wird eine Bedeutung haben wie die Dampfmaschine am Beginn der industriellen Revolution.“

In der „5G-Arena“ präsentieren acht Unternehmen konkrete Beispiele für die Möglichkeiten der Datenübertragung der nächsten Generation, die in der Spitze eine Geschwindigkeit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde ermöglichen soll – das wäre ein Zuwachs um das Zwanzigfache im Vergleich zu heute. So will der Technologiekonzern Zeiss zeigen, wie sich durch eine optimierte Vernetzung die Kontrolle bei der Fertigung von Karosserieteilen verbessern lässt – der Elektronikspezialist Weidmüller möchte demonstrieren, wie sich Schweißnähte im Produktionsprozess durch die schnelle Übermittlung von Sensoren-Messdaten besser überwachen lassen.

„Bisher haben wir die Fabrik der Zukunft nur als eine Vision beschrieben“, sagte Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork. „Jetzt wird daraus Realität.“ Seiner Einschätzung nach werden Industrieunternehmen ihre Werke künftig komplett neu ausrichten – der Trend gehe Schritt für Schritt in Richtung völliger Variabilität: „Wir müssen die Fabriken ganz anders denken.“ Die Basis einer Halle könnte ein induktiver Boden sein, der Maschinen mit Strom versorgt. Produktionsanlagen ließen sich soweit flexibilisieren, dass sie selbst bei sehr kleine Stückzahlen profitabel arbeiten, sagte Najork.

Die Hannover Messe vom 1. bis 5. April ist nach Angaben der Veranstalter ausgebucht. Mit 6500 Ausstellern liegt die Industrieschau auf dem Niveau des vom Turnus her vergleichbaren Jahres 2017. Die Ausstellungsfläche beläuft sich auf netto 250.000 Quadratmeter, es werden an den fünf Messetagen – wie vor zwei Jahren – rund 220.000 Besucher erwartet.

60 Prozent der Firmen kommen aus dem Ausland – an der Spitze liegt zum dritten Mal hintereinander China, dieses Mal mit 1300 Ausstellern. Die Plätze zwei und drei belegen Italien und die Türkei – dahinter folgt das aktuelle Partnerland Schweden mit 160 Unternehmen. „Das ist die größte Beteiligung unseres Landes an einer Messe im Ausland, die es jemals gegeben hat“, sagte die Geschäftsführerin von „Business Sweden Germany“, Anna Liberg.

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Von Jens Heitmann

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