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Weltweit Niedersachsen „exportiert“ Ingenieure
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Niedersachsen „exportiert“ Ingenieure
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22:10 08.04.2014
Von Lars Ruzic
Dass Technik begeistern kann, erfahren die Messebesucher in diesen Tagen an vielen Ständen. Die Ingenieure warnen jedoch, dass bei den Entwicklern trotzdem bald Mangel herrscht. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Danach kamen in Niedersachsen 47 Absolventen auf 1000 beschäftigte Ingenieure – ein Wert minimal über dem Bundesschnitt. Gleichzeitig liegt der Anteil der Berufsgruppe an allen Beschäftigten mit 3,6  Prozent aber deutlich unter dem Durchschnitt in Deutschland (4,2 Prozent).

Niedersachsen gehöre zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Sachsen-­Anhalt zu den drei Bundesländern, die Ingenieursabsolventen „exportieren“, berichtete IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös. Viele ziehe es anschließend nach Bayern – zumal das Bundesland deutlich unterdurchschnittlich ausbilde.

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In der Detailbetrachtung zeigt sich, dass vor allem im Großraum Braunschweig – wozu die Studie auch Wolfsburg und den Harz zählt – besonders viele Ingenieure ausgebildet werden, dank gleich mehrerer Technischer Hochschulen wie etwa in Clausthal-Zellerfeld. Im Großraum Braunschweig liegt der Absolventenanteil bezogen auf alle Ingenieure bei 9,2 Prozent – fast doppelt so hoch wie im Bundesschnitt (4,7 Prozent). In der Region Hannover dagegen wird nur unterdurchschnittlich (4,4 Prozent) ausgebildet, während der Anteil der Ingenieure an allen Beschäftigten mit 4,5 Prozent über dem Bundesschnitt liegt.

Dank doppelter Abiturjahrgänge und dem Wegfall der Wehrpflicht habe sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt etwas entspannt, berichtete der Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), Udo Ungeheuer. Das sei jedoch nur ein kurzzeitiger Sondereffekt. „Ab 2020 wird uns das Problem der Überalterung voll im Griff haben.“ Schon heute habe Deutschland die ältesten Ingenieure in ganz Europa. Laut IW ist mehr als jeder Fünfte älter als 55 Jahre. Dagegen beträgt der Anteil der unter 34-Jährigen lediglich 18 Prozent – so wenig wie in keinem anderen europäischen Land.

Der VDI rechnet von 2020 an mit bis zu 50.000 in die Rente wechselnden Ingenieuren. Hinzu komme zusätzlicher Bedarf von 40.000 Fachkräften. So viele Ingenieure könnten die Hochschulen nicht nachliefern. Es drohe ein „dramatischer Engpass“, warnte Ungeheuer. „Da tickt eine Zeitbombe.“

Die Stärke der deutschen Industrie hat den Bedarf an Ingenieuren schon in den vergangenen Jahren wachsen lassen. Allein zwischen 2005 und 2011 (dem jüngsten bislang ermittelten Wert) sei ihre Zahl um ein Fünftel auf knapp 1,7 Millionen gestiegen, berichtete Ungeheuer. Die Zahl der weiblichen Spezialisten habe im selben Zeitraum sogar um ein Drittel zugelegt. Mit einem Frauenanteil von gut 20 Prozent an allen Ingenieuren liege Deutschland aber deutlich unter dem Durchschnitt in Europa.

Am Geld kann es nicht liegen. Ein Ingenieur verdiene heute im Schnitt fast doppelt so viel wie ein Durchschnittsbeschäftigter, sagte der VDI-Präsident. Auch gegenüber anderen Akademikern lägen die Ingenieursgehälter um ein Viertel höher.

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