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Weltweit So hilft 5G der Industrie
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00:18 03.04.2019
Der neue Mobilfunkstandard 5G ist zentrales Thema auf der Hannover Messe. Quelle: dpa
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Hannover

Der Koloss ist 16,5 Meter lang, verfügt über 32 Räder sowie acht lenkbare Achsen und gleitet trotz seiner 100 Tonnen Gesamtgewicht scheinbar schwerelos dahin. Das schont die Straßen auf dem Werksgelände von BASF in Ludwigshafen – vor allem aber senkt es die Kosten: Der Tankcontainer-Transporter findet sein Ziel ohne Fahrer. Gesteuert wird das Vehikel durch Transponder im Boden, ein Kamera-System beugt Kollisionen vor – die Bilder werden nahezu in Echtzeit in ein Kontrollzentrum übertragen. Möglich machen das der neue Mobilfunkstandard 5G und der Lehrter Logistikspezialist Götting, der Funk- und Sensorsysteme entwickelt.

„Der Standard 5G bietet vor allem zwei Vorteile“, sagt Götting-Entwicklungschef Thomas Neugebauer: „Durch die höhere Übertragungsgeschwindigkeit verkürzen sich zum einen die Reaktionszeiten, zum anderen lassen sich mehr Daten von Teilnehmern in einer Funkzelle verarbeiten.“ Bei der Hannover Messe zeigt die Lehrter Firma die variablen Einsatzmöglichkeiten eines autonom fahrenden Transporters vom Freigelände in die sogenannte 5G-Arena in Halle 16, in der sieben weitere Aussteller ebenfalls Anwendungsbeispiele für die neue Technik präsentieren.

Der Turbo für die Datenkommunikation gilt in der Industrie als zentraler Hebel für die immer stärkere Automatisierung und effizientere Produktionsprozesse. Neben fahrerlosen Transportsysteme soll der neue Standard mobile Werkzeuge und kabellos vernetzte Maschinenparks möglich machen. Der Ausrüster Nokia vergleicht seine Bedeutung mit der Rolle der Dampfmaschine am Beginn der industriellen Revolution. Ganz soweit geht man bei Götting nicht: „5G ist aus unserer Sicht eine Evolution“, sagt Chefentwickler Neugebauer. „Der aktuelle Standard LTE wird ja nicht abgeschaltet.“

Der Fokus ist jedoch ein anderer: Bisher habe sich die Weiterentwicklung des Mobilfunks immer an den Bedürfnissen der Privatkunden orientiert, heißt es in der 5G-Arena. Nun stehe erstmals die Industrie stärker im Mittelpunkt. Das kommt nicht von ungefähr – die Unternehmen haben ihre Interessen in der Initiative „5G Alliance for Connected Industries and Automation“ gebündelt. Ins Leben gerufen wurde die Lobby-Gruppe Anfang vergangenen Jahres vom Branchenverband ZVEI. Mittlerweile zähle man bereits 34 prominente Mitglieder, heißt es.

In der 5G-Arena hat die Deutsche Messe zusammen mit Nokia und Qualcomm für die Dauer der Industrieschau eigens ein Mobilfunknetz der Zukunft aufspannen lassen, das die Aussteller für ihre Exponate nutzen können. Der Technologieanbieter Zeiss präsentiert ein System zur Erfassung von großen Datenmengen in Produktionslinie für die Autoindustrie. Bereits kleinste Abweichungen an Teilen lassen sich automatisch an die Fertigungssysteme zurückmelden und nachjustieren. „Wir verpassen dem Roboter Augen, die die Qualität der Arbeit anderer Roboter überprüfen“, sagt Geschäftsführer Kai-Udo Modrich.

Vom Prinzip her ähnliche System präsentiert der Stand-Nachbar Volkswagen Nutzfahrzeuge: Auch hier überwachen Sensoren die Arbeit von Produktionsanlagen –etwa beim Laserlöten im Karosseriebau – und schicken die Daten in die Cloud, also an einen zentralen Speicher. Bisher scheitere die Fernwartung von Anlagen noch an der oft schlechten Qualität der Datenübertragung, heißt es bei VW. Sobald der 5G-Standard konzernweit verfügbar sei, könnte die Zahl der Anlagenführer sinken – die Kontrolle könnte an weniger Orten gebündelt werden.

Von Jens Heitmann

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