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Weltweit Messegelände will großes Testgelände für autonomes Fahren werden
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Messegelände will großes Testgelände für autonomes Fahren werden
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09:00 09.10.2019
Beeindruckende Manöver: Vorführungen mit einem autonom fahrenden Testwagen während der 5G-CMM-Konferenz in Hannover. Quelle: Rainer Jenssen
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Hannover

Das Messegelände in Hannover soll im kommenden Jahr eines der weltweit größten Testfelder für autonome Fahrzeuge, Drohnen und Maschinen werden. „Die Ausschreibungen zur Installation der Technik laufen bereits“, sagte der Deutsche-Messe-Manager Thomas Rilke am Dienstag am Rande der Konferenz 5G CMM Expo, die sich mit autonomen Prozessen und schneller Datenübertragung beschäftigt. Einen ersten Vorgeschmack auf das autonome Fahren gab es bereits: In Halle 17 und einem angrenzenden Pavillon fuhr ein mit Technik gespickter Golf beeindruckende Manöver mit vielen Lenkbewegungen. Den Grund dafür erkannte man nur mit einer aufgesetzten VR-Brille: Ein Computer projizierte in die leere Halle eine virtuelle Stadt, in der das Auto sich an überraschend auftauchenden Hindernissen vorbeibewegen musste – eine harte Rechnerleistung. Künftig soll so etwas auf dem Messegelände mit echten Hindernissen funktionieren.

Messegelände liegt am Testfeld für autonomes Fahren

Der Standort liegt gut. Das Land baut mit Partnern wie Volkswagen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig derzeit das norddeutsche Testfeld für autonomes Fahren auf. Es erstreckt sich dreieckig über die Autobahnen zwischen Hannover, Wolfsburg und Salzgitter. Auch der Messeschnellweg ist integriert – und damit zählt das Messegelände zu den Anliegern. Der Plan: Für Tests mit noch nicht technisch ausgereiften Fahrzeugtypen braucht man ein Gelände, auf dem keine anderen Verkehrsteilnehmer überrascht werden. „Wir sind quasi eine große Teststadt mit einem Zaun ringsherum“, sagte Rilke.

5G-CMM-Konferenz mit 800 Teilnehmern

Ericsson 5G-Standard zum Ausprobieren: Die 5G-CMM-Expo soll künftig als Messe laufen. Zum Auftakt gibt es eine Konferenz in Hannover. Quelle: Rainer Jenssen

Aus der dreitägigen Konferenz mit rund 800 Teilnehmern, deren Namenskürzel 5G CMM Expo vielleicht am ehesten mit „kommunizierenden Mobilmaschinen“ (Connected Mobile Machines) zu übersetzen ist, soll im kommenden Jahr eine neue Messe werden, die sich mit den Herausforderungen der immer schnelleren Vernetzung beschäftigt. Bei selbststeuernden Maschinen ist etwa das 500-Fache an Sensoren nötig, als wenn ein Mensch steuert. All die Terrabyte an Daten müssen künftig in Echtzeit zwischen Maschinen und Servern ausgetauscht werden. Dafür soll der neue Mobilfunkstandard 5G genutzt werden, über den am Dienstag unter anderem Jussi Nevanlinna vom Chiphersteller Qualcomm sprach.

Keine Klarheit über Campusnetze

Industrie und Mittelstand allerdings befürchten, dass die Einführung des neuen Standards in Deutschland von Bürokratie gebremst wird. Nachdem der Bund schon bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen für die allgemeinen Funknetze Milliarden verdient hat, verzögert sich derzeit die Zulassung der sogenannten Campusnetze für Firmengelände. Zudem verunsichern Gerüchte die Branche, dass der Bund für diese Netze viel mehr Geld als erwartet haben wolle. Zwar nannte Tobias Miethaner vom Bundesministerium für digitale Infrastruktur bei der Konferenz in Hannover keine Summen – er versprach aber, dass in „zwei bis sechs Wochen“ Klarheit über die Einführung herrsche solle. Das ist wichtig auch für die Messe und ihre Pläne für die Geländeausrüstung.

Wenn Maschinen untereinander kommunizieren, ist etwa das 500-Fache an Sensoren nötig als bei menschengesteuerten Prozessen. Die Messe 5G CMM Expo in Hannover soll künftig zeigen, wie diese Datenmengen mit dem 5G-Mobilfunkstandard ausgetauscht werden können. Einige Anwendungsbeispiele.

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Von Conrad von Meding

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