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Weltweit Autoindustrie will heraus aus den Messehallen
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19:31 22.11.2019
Die vergangene IAA in Frankfurt verlief für die Aussteller wenig erfreulich: Weniger Besucher kamen – dafür mehr Demonstranten. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Frankfurt/Hannover

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) wird neu ausgerichtet. Die Messe solle sich von einer Leistungsschau für starke Motoren und schnittige Karosserien zu einer umfassenden Mobilitätsplattform wandeln, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag mit.

„Natürlich steht für uns weiterhin das Automobil im Mittelpunkt“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes. „Aber die IAA wird von 2021 an keine reine Autoshow mehr sein. Sie wird auch raus aus den Messehallen und in die Städte gehen.“ Der VDA hat die Pkw-Messe nun bundesweit ausgeschrieben. Neben Berlin, München, Frankfurt, Köln, Hamburg und Stuttgart bewerben sich auch Hannover und die Deutsche Messe AG um die Ausrichtung. Der Zuschlag solle im ersten Quartal kommenden Jahres erteilt werden, erklärte der Verband. Man sei sich bewusst, dass dies einen sehr engen Zeitplan für die 69. IAA im Herbst 2021 ergebe.

Mit der Neuausrichtung reagiert der VDA auf den Bedeutungsverlust der Branchenschau. Das Interesse an der bisher alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindenden IAA war zuletzt deutlich gesunken. Nachdem im Jahr 2015 noch rund 932 000 Personen die Ausstellung besucht hatten, waren es in diesem Jahr nur noch 560 000. Die Zahl der Aussteller nahm um ein Fünftel ab – etliche prominente Marken fehlten. Das Bild der Messe in der Öffentlichkeit wurde diesmal stark durch Demonstrationen von Klimaschützern bestimmt.

VDA fordert Investitionen

Um den Zuschlag für die neuartige IAA zu erhalten, müssen sich die Städte und ihre Messegesellschaften ins Zeug legen. Die Veranstalter fordern ein eigenes Konzept und erhebliche Investitionen – etwa in die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Neben dem Ausstellungsbetrieb in den Hallen wünscht sich der VDA „großzügige Teststrecken für Probefahrten und Parcours“, die „auf abgesperrten Straßen und Arealen entstehen“. Besucher sollen dort unter anderem automatisiert fahrende Autos und alternative Mobilitätsangebote in der Praxis erleben können.

Auch Verkaufsausstellungen mit Showelementen will der VDA auf der Branchenschau erlauben. Der Verband kommt damit einer Forderung etlicher Autohersteller nach, die Messe zur Direktvermarktung nutzen zu können. Für ein paar Gespräche mit Journalisten sei ihm sein Messestand eigentlich zu teuer, hatte beispielsweise Opel-Chef Michael Lohscheller unlängst erklärt.

Als Verbindung zwischen dem Messegelände und einem „urbanen Spot“ möchten die Veranstalter eine „Erlebnisachse“ etablieren: Neben neuen Fahrzeugen der Aussteller sollen dort auch die städtische Infrastruktur der Zukunft mit Wasserstofftankstellen, Ladesäulen und „Mobilitätshubs“ zu sehen sein. Die Messe sei als „Anstoß für die Etablierung neuer Konzepte und Testfelder eines neuen Mobilitätsmixes in der ausrichtenden Stadt“ gedacht, sagte Mattes.

Bleibt die IAA Nutzfahrzeuge?

In Hannover setzt man allerdings keine großen Hoffnungen in die eigene Bewerbung – die Branche favorisiere offenbar eine größere Metropole, hieß es im Umfeld der Deutschen Messe. Die hannoversche Messegesellschaft konzentriere sich deshalb vor allem darauf, die IAA Nutzfahrzeuge fest an sich zu binden. Der bisherige Vertrag für diese Messe läuft im Jahr 2021 aus. Die Gespräche mit dem VDA über weitere Veranstaltungen in Hannover verliefen aber vielversprechend, sagte ein Beteiligter.

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Von Jens Heitmann und Christian Ebner

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