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Weltweit Streik bringt neue Mitglieder
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17:15 21.01.2019
IG Metall-Chef Jörg Hofmann stimmt die Gewerkschaft auf schwierige Zeiten ein. Quelle: dpa
Frankfurt/Hannover

Die IG Metall hat im vergangenen Jahr von der Auseinandersetzung um den neuen Tarifvertrag profitiert. Insgesamt seien der Gewerkschaft 2018 rund 133.000 neue Mitglieder beigetreten – ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann am Montag in Frankfurt. Nach Abzug der Austritte und Sterbefälle blieb ein Zuwachs um 8000 Beschäftigte. Insgesamt zählte die IG Metall zum Jahresende 2,271 Millionen Mitglieder.

Im Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt verzeichnete die Gewerkschaft den Eintritt von 9500 Mitgliedern – ein Plus von 15 Prozent. Unter dem Strich stand hingegen ein kleines Minus von 0,6 Prozent, damit zählte die Gewerkschaft hier zum Jahresende 276.000 Mitglieder.

Die IG Metall verzeichnete im vergangenen Jahr mit 585 Millionen Euro einen Rekord bei den Beitragseinnahmen (plus 4,3 Prozent) – nur rund 40 Millionen Euro davon seien an streikende Mitglieder zurückgegangen, hieß es. Der große Rest floss in die Geschäftsstellen, ins Personal und die Rücklagen ebenso wie in Immobilien. „Wir haben auch finanziell einen langen Atem“, sagte Hauptkassierer Jürgen Kerner.

Rund 260.000 Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder oder pflegende Familienangehörige haben die im neuen Tarifvertrag enthaltenen Möglichkeiten zur Arbeitszeitverkürzung genutzt. Sie erhalten auf Antrag acht zusätzliche freie Tage statt eines in diesem Jahr erstmals fälligen tariflichen Zusatzgeldes. Laut Gewerkschaft waren 93 Prozent der Anträge auf mehr Freizeit in den Betrieben erfolgreich.

Mit Blick nach vorn zeigte sich IG-Metall-Chef Hofmann jedoch skeptisch. Das liegt vor allem an dem tiefgreifenden Umbruch, vor dem die Autoindustrie steht. In dieser Branche hat die IG Metall ihre stärksten Truppen. Nach Einschätzung von Hofmann stehen bei der Umstellung auf Elektroantriebe mindestens 150.000 der rund 800.000 Jobs in der deutschen Autoindustrie zur Disposition. Höchstens 40.000 neue Stellen könnten entstehen, wenn konsequent im eigenen Land investiert werde, sagte Hofmann. Die Gewerkschaft fordert kräftige Investitionen in die Batterie-Technologie, in eine flächendeckende Ladeinfrastruktur sowie in neue Mobilitätskonzepte.

 

 

Von dpa/jen

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