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Weltweit Im nordwestdeutschen Stahl-Tarifkonflikt wird der Ton rauer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Im nordwestdeutschen Stahl-Tarifkonflikt wird der Ton rauer
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15:52 04.02.2019
Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie Warnstreiks gestartet. Quelle: Bernd Thissen/dpa
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Dortmund

In dem sich zuspitzenden Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall Warnstreiks gestartet. Nach dem Auftakt am Montag in Dortmund sollen die Aktionen am Dienstag in Bochum, Duisburg und Kreuztal fortgesetzt werden. Neben Thyssenkrupp sei dabei auch der Stahlkonzern ArcelorMittal betroffen, kündigte ein IG Metall-Sprecher am Montag an. Die Gewerkschaft rechnet mit insgesamt rund 1000 Teilnehmern.

Am ersten Tag der Warnstreiks hatte zunächst im Dortmunder Werk von Thyssenkrupp nach Angaben der Gewerkschaft rund 350 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.

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Weitere Aktionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen

Nach drei ergebnislosen Tarifrunden hatte die Gewerkschaft am Samstag die Warnstreiks angekündigt. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar soll es Aktionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen geben.

Die IG Metall hatte zuvor am Freitag die dritte Verhandlungsrunde in Düsseldorf schon nach 15 Minuten verlassen, weil die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt hatten. „Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn“, begründete der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler, den Schritt. Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft daraufhin destruktives Verhalten vor. Für Warnstreiks habe er kein Verständnis, sagte Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl.

Urlaubsgelds von 1800 Euro ist Hauptstreitpunkt

Hauptstreitpunkt bei den Tarifverhandlungen ist die weitere Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Die Arbeitgeber wollen erst ein Angebot vorlegen, wenn die IG Metall ihre Forderung präzisiert hat. Wenn die Entgeltumwandlung für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche, hieß es beim Arbeitgeberverband Stahl.

Die IG Metall fordert für die rund 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen daneben sechs Prozent mehr Geld. In dem Tarifbezirk wird damit für die große Mehrheit der deutschen Stahlkocher verhandelt. Separate Gespräche werden jeweils im Saarland sowie für die Beschäftigten im Osten Deutschlands geführt.

Von RND/dpa