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Weltweit Nässe und Dürre: Niedersachsens Häfen schlagen weniger um
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Nässe und Dürre: Niedersachsens Häfen schlagen weniger um
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00:16 07.03.2019
Containerschiff am JadeWeserPort in Wilhelmshaven: Die Häfen an der Nordseeküste gehören dem Land Niedersachsen. Quelle: picture alliance / Ingo Wagner/d
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Oldenburg

Die Wetterkapriolen des Jahres 2018 haben auch das Geschäft der niedersächsischen Häfen getroffen. Der Umschlag sank im Vergleich zum Rekordjahr 2017 um 6,6 Prozent auf knapp 50 Millionen Tonnen. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sprach am Montag in Oldenburg von „ungünstigen Umständen“. Die Bilanz liege aber immer noch deutlich über dem Ergebnis von 2016, betonte er. An der niedersächsischen Nordseeküste liegen die Häfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Wilhelmshaven und Stade.

Für den Rückgang im Jahr 2018 gibt es mehrere Gründe: Durch das nasse und kalte Frühjahr 2018 ging der Baustoffumschlag zurück. Die Raffinerien an der Nordseeküste importierten zudem weniger Rohöl und drosselten wegen des niedrigen Wasserstands auf dem Rhein ihre Lieferungen.

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Wilhelmshaven fertigt mehr Container ab

Positiv entwickelte sich 2018 hingegen das Containerterminal am JadeWeserPort in Wilhelmshaven, es schlug 18 Prozent mehr Container um als im Vorjahr. „Der JadeWeserPort hat sich trotz des schwierigen globalen Marktumfelds als zuverlässiger Anlaufpunkt bei den weltweit führenden Containerreedereien und unseren exportorientierten Unternehmen etabliert“, sagte Althusmann. Mit rund 650.000 Containern liegt der Hafen aber noch deutlich unter seiner Kapazität von 2,7 Millionen.

Niedersachsen investiert auch im laufenden Jahr verstärkt in die Häfen. 41 Millionen Euro Landeszuschuss sind dafür nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vorgesehen. Schon vergangenes Jahr hatte das Land 40 Millionen Euro zu Investitionen der Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG zugeschossen. Mit dem Geld sollen die Häfen auf einem modernen Stand und wettbewerbsfähig gehalten werden. Dabei waren für 2018 wie 2019 nur je 30 Millionen Euro Zuschuss eingeplant gewesen.

2018 schlug Hamburg als größter deutscher Hafen 135,1 Millionen Tonnen um, also mehr als doppelt so viel wie die niedersächsischen Häfen. Bremen und Bremerhaven schafften mit insgesamt 74 Millionen Tonnen.

Von Friedemann Kohler