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Weltweit Johnson Controls verkauft sein Werk in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Johnson Controls verkauft sein Werk in Hannover
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20:23 13.11.2018
Endkontrolle von Batterien im Werk von Johnson Controls in Hannover Quelle: dpa
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Hannover

Einer der größten Arbeitgeber der Region wechselt den Eigentümer. Der US-Konzern Johnson Controls verkauft seine Batteriesparte, deren wichtigster Standort sich in Hannover befindet, an ein Konsortium aus kanadischen Finanzinvestoren. Brookfield Business Partners, CDPQ und weitere Investoren zahlen gemeinsam 13,2 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Euro), wie Johnson Controls am Dienstag bekanntgab.

In Hannover befinden sich die Europa-Zentrale sowie ein Werk der Sparte namens Power Solutions. Insgesamt arbeiten hier 1300 Menschen. Sie entwickeln auch die Batterien, die an anderen Standorten vom Band laufen. Weltweit gehören rund 50 Werke und 15.000 Mitarbeiter zu der Geschäftseinheit. Sie bezeichnet sich als Weltmarktführer für Autobatterien – gemeint sind Starterbatterien, nicht die größeren Lithium-Ionen-Batterien von Elektroautos.

Betriebsrat und Gewerkschaft gehen nicht von Konflikten aus

Die Geschichte des Werks in Hannover geht zurück bis in die Dreißigerjahre. Es gehörte jahrzehntelang zum Varta-Konzern, bis dieser es 2002 an Johnson Controls verkaufte. Viele der Batterien werden aber heute noch unter dem Namen Varta vermarktet.

Der Verkauf der Sparte sei eine „gute Entscheidung“, sagte ein Sprecher der Europa-Zentrale. „Wir wissen, dass wir für die Zukunft richtig gut aufgestellt sind.“ Man habe volle Auftragsbücher. Beim Käufer Brookfield handele es sich zudem um „ein hochprofessionelles Unternehmen“. Der Betriebsratsvorsitzende Andreas Scherer sagte zu dem Eigentümerwechsel: „Wer uns kauft, will mit uns Batterien produzieren und uns nicht zerschlagen.“ Er gehe nicht davon aus, dass der Verkauf zu großen Veränderungen führe.

„Klar ist, Finanzinvestoren erhoffen sich innerhalb von etwa fünf Jahren immer einen höheren Wiederverkaufswert“, sagte Dennis Olsen, der Beauftragte der Gewerkschaft IG Metall für den Betrieb. Man sehe der Zusammenarbeit aber weiterhin entspannt entgegen. Es sei nicht zu erwarten, dass sich Investoren in einer gut ausgelasteten Fabrik mit den Mitarbeitern und der Gewerkschaft anlegen wollen.

Johnson Controls will sich auf Gebäudetechnik konzentrieren

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete die Batteriesparte acht Milliarden Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar – sie arbeitet für einen Autozulieferer relativ profitabel. Für den Verkauf führt der bisherige Eigentümer Johnson Controls mehrere Gründe an: Man könne sich so besser auf das Geschäft mit Gebäudetechnik konzentrieren, die Bilanz stärken sowie einen Teil des Verkaufserlöses an die Aktionäre ausschütten. Das „fokussierte Portfolio“ binde außerdem weniger Kapital und erhöhe die Profitabilität, erklärte Johnson-Controls-Chef George Oliver.

Zu Brookfield Business Partners gehören Firmen mit weltweit insgesamt rund 45.000 Mitarbeitern, darunter zum Beispiel der Kraftwerksspezialist Westinghouse. Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Management der Johnson-Controls-Batteriesparte, sagte Brookfield-Chef Cyrus Madon. Ziel sei, das „Weltklasse-Geschäft“ weiter auszubauen.

Die Investoren bringen rund drei Milliarden US-Dollar Eigenkapital für den Kauf auf. Die restlichen rund 10 Milliarden US-Dollar stammen aus langfristigen Krediten. Brookfield und CDPQ wollen jeweils rund 30 Prozent des Eigenkapitals beisteuern, der Rest soll von ungenannten weiteren Investoren kommen. Abgeschlossen werden soll der Deal bis Ende Juni 2019.

Kommentar: Was der Verkauf bedeutet

Die Beschäftigten von Johnson Controls sind es längst gewohnt, ihre hohen Gewinne nach Übersee zu überweisen. Den Eigentümerwechsel sehen sie deshalb relativ gelassen. Zu hoffen bleibt, dass die neuen Besitzer weiter investieren, kommentiert Christian Wölbert.

Von Christian Wölbert

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