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Weltweit Roter Teppich für ZF
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Roter Teppich für ZF
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19:43 28.03.2019
Durch intelligente Gurtsysteme und Kameraüberwachung will ZF die Sicherheit der Passagiere steigern. Quelle: dpa-tmn
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Hannover

Wenn ein großer Konzern einen deutlich kleineren Konkurrenten schlucken will, ist der Aufschrei in der Regel groß – insbesondere bei den Arbeitnehmervertretern. Überraschen kann das nicht, denn meist kommen auf die Belegschaft des übernommenen Unternehmens einschneidende Veränderungen zu: Die neuen Eigentümer überführen ihre Firmenkultur, tauschen häufig die Führungsebene aus und verordnen nicht selten einen Stellenabbau. Bei Wabco hingegen ist das anders: Hier rollen Betriebsräte und Gewerkschaft dem neuen Mutterkonzern ZF den roten Teppich aus.

Dass die Vertreter der Arbeitnehmer vom üblichen Ritual abweichen, hat gute Gründe. Bei Wabco weiß man genau, dass die eigene Finanzkraft nicht ausreicht, um die nötigen Investitionen für den Aufbau von Zukunftstechnologien rund um das autonome Fahren und die Digitalisierung der Produktion allein zu schultern. Ohne einen Partner mit einer besser gefüllten Brieftasche würde der Bremsenspezialist früher oder später an seine Grenzen stoßen – und könnte damit zu einem Kaufkandidaten für einen weit weniger freundlich gesinnten Finanzinvestor werden.

Noch wichtiger aber ist die industrielle Logik des Zusammenschlusses. Mit der Übernahme von Wabco rückt ZF nicht nur näher an die Rivalen Bosch und Continental heran, der fusionierte Konzern kann künftig auch alle Komponenten rund um das Lkw-Fahrwerk aus einer Hand anbieten. Besonders verlockend sind die Perspektiven beim autonomen Fahren: Weil Bremsen und ihre Sensoren als Informanten für die Fahrerassistenzsysteme eine immer größere Rolle spielen, kann der neu formierte Konzern in der Branche ganz vorne mitspielen.

Von Jens Heitmann

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