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Weltweit Hannover Messe: Unikate zu Preisen der Massenfertigung
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Hannover Messe: Unikate zu Preisen der Massenfertigung
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00:20 30.03.2019
Ein Mann streicht während des Aufbaus der Hannover Messe einen Messestand. Quelle: dpa
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Hannover

Schon der Wirtschaftsweise Kurt Tucholsky wusste genau, was er wollte: „Lieber einen Anzug nach Maß als eine Gesinnung von der Stange.“ Zu seiner Zeit hing die Erfüllung solcher Extravaganzen noch von der Größe des Geldbeutels ab – inzwischen werden auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Produkte für Normalverdiener erschwinglicher. Unternehmen können Unikate immer öfter zu Preisen anbieten, die früher nur in der Massenfertigung möglich waren.

Wer Joggingschuhe bei Adidas bestellt, kann sich die Zwischensohle auf den eigenen Fuß zuschneiden lassen – wer bei Gillette einen Rasierer ordert, darf den Griff selbst gestalten. Möglich macht das eine Kombination aus Software und flexibler Fertigung mithilfe des 3-D-Drucks. Solch private Anwendungen sind jedoch nur ein kleiner Teil des Nutzens, den sich Unternehmen von der schnelleren Übertragung von Daten und der zunehmenden Vernetzung ihrer Produktionslinien versprechen. Sie wollen generell in der Lage sein, sehr kleine Stückzahlen profitabel herzustellen.

Dieses Ziel rückt auch dank des neuen Mobilfunkstandards 5G in erreichbare Nähe. Schon heute kann einer Umfrage zufolge jeder fünfte Industriebetrieb Sonderanfertigungen liefern, ohne dafür höhere Preise verlangen zu müssen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre will eine Mehrheit der Firmen dazu in der Lage sein. Die Macher der Hannover Messe haben für die Digitalisierung der Produktion das Schlagwort „Industrie 4.0“ entwickelt – möglicherweise bedarf es für die wachsenden Möglichkeiten einer individualisierten Fertigung aber bald eines neuen Slogans.

Von Jens Heitmann

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