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Weltweit Vorbild Volksbanken
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Vorbild Volksbanken
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00:19 29.10.2018
Die Zentrale der Nord/LB in Hannover. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Die Sparkassen halten gern Abstand zu den Volks- und Raiffeisenbanken – schließlich konkurriert man um die gleichen Kunden: private Haushalte und Firmen aus dem Mittelstand. Aber manchmal kann es helfen, sich beim ärgsten Wettbewerber etwas abzugucken – etwa beim Blick auf die eigenen Strukturen. Während die Genossen mit nur einem Spitzeninstitut, einer Bausparkasse und einem Versicherer auskommen, leisten sich die Sparkassen mehr als zwei Dutzend solcher Institutionen. Der Effizienz ist das nicht dienlich.

Im „roten“ Lager weiß man das natürlich schon länger, aber solch komplexe Gebilde lassen sich meist nicht mit ein paar Federstrichen begradigen – auch dafür kann die Bereinigung bei der Konkurrenz als Beispiel dienen: Bis zur Fusion der DZ mit der WGZ Bank zum neuen Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken vor zwei Jahren hat es fünf Anläufe gebraucht. Angesichts der vielen Beteiligten und Gremien bei den Sparkassen ist es wenig verwunderlich, dass die Verantwortlichen hier zögern.

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Durch das Bieterverfahren bei der Nord/LB steigt nun der Druck. Bei nur einem Interessenten aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor ist es immerhin eine Option, dass die Landesbank aus diesem Kreis ausscheiden könnte. Wenn die Sparkassen dieses Risiko verkleinern wollen, müssen sie sich schnell auf eine Alternative verständigen – die Nord/LB kann nicht mehr allzu lange auf frisches Kapital warten. Die Rückendeckung aus der Politik für einen größeren Zusammenschluss scheint gegeben, damit fällt eine Ausrede für ein Scheitern der Initiative schon mal weg.

Von Jens Heitmann