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Weltweit Deutsche Industrie verliert an Schwung
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Deutsche Industrie verliert an Schwung
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00:23 04.04.2019
Roboter des Herstellers IBG demonstrieren ihre automatisierten Fähigkeiten an einem Fahrzeug. Quelle: dpa
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Hannover

Die deutsche Industrie blickt aktuell deutlich skeptischer in die Zukunft als bei der Hannover Messe vor einem Jahr. Der Anlagen- und Maschinenbau hat seine Wachstumsprognose für 2019 auf ein Prozent halbiert, die Elektroindustrie verzeichnete zuletzt zwar noch Zuwächse beim Umsatz und Export, dafür schrumpfte aber die Produktion und es kamen weniger Aufträge herein. „Die Konjunktur verliert an Schwung“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Montag bei der Hannover Messe.

Verantwortlich dafür sind aus Sicht der Wirtschaft insbesondere die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die Sorgen um einen ungeregelten Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union. Ein harter Brexit würde die deutsche Wirtschaft nach BDI-Berechnungen schwer treffen. „Wir müssten unsere Wachstumsprognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von derzeit 1,2 auf nur noch 0,7 Prozent anpassen“, sagte Kempf.

Dennoch lehnt der Industrieverband weitere Kompromisse ab, um den Briten einen geordneten Abschied aus der EU zu ermöglichen. „Für die deutsche Wirtschaft hat Vorrang, dass der Binnenmarkt keinen Schaden nimmt“, sagte Kempf. Es werde Zeit, dass man sich in Brüssel auch wieder um andere Themen kümmere als den Brexit. So müsse sich die EU beispielsweise besser gegen „marktverzerrendes Verhalten durch staatlich gestützte Unternehmen wappnen“, hieß es mit Blick auf China.

Wie schwierig die Ausgangsposition der deutschen Wirtschaft bei einem Konflikt mit der Volksrepublik ist, zeigt das Beispiel der Elektroindustrie: Während sich der Zuwachs der Branche bei den Exporten im vergangenen Jahr insgesamt halbierte, nahmen die Ausfuhren nach China um 10 Prozent zu. „Das Land hat seine Stellung als größter Abnehmer weiter ausgebaut“, sagte der Präsident des Branchenverbandes ZVEI, Michael Ziesemer.

Der Anlagen- und Maschinenbau begrüßt es, dass innerhalb der EU wieder über eine „Flankierung der Industrie im globalen Wettbewerb“ debattiert wird. Das sei „ebenso richtig wie überfällig“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Carl Martin Welcker. In der Industriepolitik dürfe man aber nicht den Fehler machen, bestimmte Technologien zu bevorzugen: „Wir benötigen marktwirtschaftliche Prinzipien.“

Von Jens Heitmann

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