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Weltweit Kurz vor Schluss nimmt VW wichtige Hürde
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Kurz vor Schluss nimmt VW wichtige Hürde
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19:40 24.04.2014
Von Stefan Winter
Quelle: Fredrik Sandberg/Holger Hollemann
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Hannover

Der Pensionsfonds Swedbank Robur erklärte, dass er die Offerte über 200 schwedische Kronen je Aktie annehmen werde. Das Angebot sei „vernünftig“. Der Fonds hält knapp 1,9 Prozent des Kapitals bei dem schwedischen Lkw-Bauer. Analysten hatten seiner Entscheidung eine Schlüsselrolle für Erfolg oder Misserfolg der 6,7 Milliarden Euro schweren Offerte zugemessen. Nach der Ankündigung rechnen offenbar auch die meisten Anleger damit, dass VW sein Ziel erreichen wird. Der Kurse der Scania-Aktie stieg am Donnerstag um mehr als 8 Prozent auf 187,80 Kronen. Der Wolfsburger Konzern bietet 200 Kronen je Aktie und will bis zum Ablauf der Frist an diesem Freitag um Mitternacht mindestens 90 Prozent der Anteile eingesammelt haben. Die verbleibenden freien Aktionäre können dann mit einer Zwangsabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Bisher hält Volkswagen 62,6 Prozent der Aktien. Obwohl der Konzern einen hohen Aufschlag auf die Scania-Papiere bietet, stieß das Angebot in Schweden auf einige Zurückhaltung. Neben mehreren Großinvestoren riet auch ein Teil des Aufsichtsrats, das sogenannte unabhängige Komitee, zur Ablehnung. 200 Kronen pro Aktie, die damals einem Kursaufschlag von 50 Prozent entsprachen, würden nicht dem langfristigen Wert Scanias gerecht. Die Kleinaktionärs-Vereinigung Aktiespararna hatte dagegen die Annahme als das kleinere Übel empfohlen. Sie fürchtet andernfalls einen Kurssturz.

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Bis zum Mittwoch hatten Aktionäre mit einem Anteil von 5 Prozent die Übernahme offiziell abgelehnt. Es stand zu befürchten, dass viele schwedische Kleinaktionäre diesem Beispiel folgen würden. „Es steht auf Messers Schneide“, sagte ein beteiligter Banker noch am Mittwoch.

Das Votum von Swedbank Robur „erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Angebot durchgeht“, sagte Hampus Engellau von der Großbank Handelsbanken. Er hält es allerdings für möglich, dass VW die Annahmefrist noch verlängern müsse. „Normalerweise gibt es immer ein paar Prozent kleinere Anteilseigner, die nicht einmal wissen, dass sie Scania-Aktien halten“, sagte Engellau. Auf sie könnte es am Ende aber ankommen. Eine Aufstockung der Offerte hatte VW ausgeschlossen. Bekomme man die 90 Prozent zum gebotenen Preis nicht zusammen, werde VW „keine einzige angebotene Aktie kaufen“, hatte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch angekündigt. Dann werde VW bei seiner bisherigen Beteiligung bleiben.

Das wäre allerdings eine herbe Enttäuschung, denn diese Beteiligung hat bisher nicht genügt, um nennenswerte Synergien zwischen Scania und der zweiten Lkw-Tochter MAN zu heben. VW muss bei den Schweden stets die Interessen der freien Aktionäre berücksichtigen und trotz der Mehrheitsbeteiligung agieren, als handele es sich um ein selbstständiges Unternehmen. Nach der Komplettübernahme kann Volkswagen Scania von der Börse nehmen und direkt durchregieren. Um schwedische Sorgen zu dämpfen, wurden dem Betriebsrat vor wenigen Wochen bereits der Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte garantiert. VW war vor mehr als zehn Jahren bei Scania eingestiegen, erreichte aber nie den erhofften Einfluss.

(mit: rtr)

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