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Weltweit Land will der Branche bei Strukturwandel helfen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Land will der Branche bei Strukturwandel helfen
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00:16 13.05.2019
Einer der Autotürme auf dem Werksgelände von Volkswagen in Wolfsburg. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Die niedersächsische Landesregierung will den Strukturwandel in der Autoindustrie aktiv begleiten. In enger Abstimmung mit Herstellern, Zulieferern und der Wissenschaft gehe es darum, die nötigen Rahmenbedingungen für den Erhalt möglichst vieler der landesweit 600.000 Arbeitsplätze in der Branche zu sichern, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover beim Auftakt zum sogenannten Strategiedialog Automobilwirtschaft: „Diese Industrie steht vor zehn entscheidenden Jahren.“

Nach den Vorgaben der Europäischen Union müssen die Hersteller den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Flotten bis 2030 um 37,5 Prozent senken. Es sei unverständlich, dass Brüssel so ehrgeizige Vorgaben mache, „ohne einen Plan für die Umsetzung zu haben“, sagte Weil. Das sei kaum zu entschuldigen und müsse dringend nachgeholt werden,

Um die Vorgaben der EU zu erreichen, will Volkswagen den Anteil von Elektroautos bei den Pkw-Neuzulassungen in den nächsten Jahren auf 40 Prozent erhöhen. Parallel dazu entwickelten sich die Fahrzeuge durch die Anbindung an das Internet zu einem „Smartphone auf vier Rädern“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). „Darum müssen wir die Branche wetterfest aufstellen.“

Bis spätestens 2021 soll nach den Vorstellungen der Landesregierung ein Konzept enstehen, wie die Autoindustrie diese Herausforderungen meistern kann. Die inhaltliche Arbeit ist drei „Innovatorenrunden“ vorbehalten, die sich den Veränderungen der Fertigungsprozesse, dem Aufbau der Ladeinfrastruktur und der Qualifizierung der Mitarbeiter widmen werden. „Die gesamte Lieferkette steht unter Hochspannung“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall, Volker Schmidt: „Das A & O wird die Marktakzeptanz der Fahrzeuge sein.“

Der Umstieg vom Verbrennungs- auf den Elektromotor könnte nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Deutschland bis 2035 rund 114.000 Stellen bei Autoherstellern und Zulieferern gefährden – vor allem deshalb, weil für batteriegetriebene Fahrzeuge deutlich weniger Einzelteile benötigt werden als für herkömmliche Autos. Studien zufolge können durch den Wandel zur E-Mobilität in Deutschland aber auch bis zu 25.000 Jobs neu entstehen – vor allem im Bauwesen, bei Stromversorgern oder im Dienstleistungsbereich sowie dem verarbeitenden Gewerbe.

Ziel müsse es daher sein, die künftigen Anpassungsprozesse im Sinne der Beschäftigten zu gestalten, sagte der niedersächsische IG-Metall-Chef Thorsten Gröger: „Wir müssen sehen, dass an den Stellen, wo Beschäftigung wegfällt, Neues entsteht.“ Seiner Einschätzung nach wird die Hälfte der Beschäftigten in der Autobranche von dem Strukturwandel betroffen sein.

Von Jens Heitmann

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