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Weltweit Lufthansa erneuert Langstreckenflotte
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Lufthansa erneuert Langstreckenflotte
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17:28 19.09.2013
59 neue Jets hat das Unternehmen Lufthansa bei Airbus und Boeing bestellt. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Die Lufthansa investiert Milliarden in eine leisere und sparsamere Langstreckenflotte. Europas größte Fluggesellschaft will bei den beiden marktbeherrschenden Herstellern Airbus und Boeing insgesamt 59 neue Maschinen bestellen - der bisher größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte. Der Gesamtlistenpreis für die 34 Boeing 777-9X und 25 Airbus A350-900 beläuft sich auf 14 Milliarden Euro. Die tatsächlichen Anschaffungskosten lägen aber deutlich tiefer, erklärte Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag, ohne Zahlen zu nennen. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte die geplante Investition am Mittwoch in Frankfurt gebilligt.

Die zweistrahligen Flugzeuge sollen von 2016 bis 2025 ausgeliefert werden und vor allem ältere Maschinen mit vier Triebwerken und höherem Spritverbrauch ersetzen. Der Verbrauch solle im Vergleich zu den heutigen Maschinen um ein Viertel sinken und der Lärm um mindestens 30 Prozent zurückgehen, kündigte Franz an. Die Stückkosten fielen um ein Fünftel. Dass Lufthansa diese Investition bewältigen könne, zeige die überragende Bedeutung des Sparprogramms „Score“, das die Jet-Käufe erst ermögliche.

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Franz sprach von einem technologischen Quantensprung, der auch den Flughafenanrainern nutze: „Die Flugzeuge sind das Effizienteste, was auf Jahre hinaus auf den Markt kommen wird. (...) Innovation ist der beste Lärmschutz, den wir leisten können.“ Hintergrund der Bestellungen ist auch die enorme Kostenbelastung durch hohen Kerosinverbrauch. Mit rund 7 Milliarden Euro pro Jahr ist der Treibstoff bei der Lufthansa ein wesentlicher Kostenblock. Die Langstreckenflotte des Konzerns ist derzeit im Schnitt über 10 Jahre alt. Üblicherweise werden Passagierjets 25 Jahre lang geflogen.

Die Verträge mit den Herstellern seien hochgradig flexibel gestaltet, um auf Marktentwicklungen reagieren zu können, sagte Passage-Chef Carsten Spohr. Mit beiden Flugzeugbauern wurden jeweils 30 Kaufoptionen für weitere Maschinen vereinbart, so dass sich die Investition noch verdoppeln könnte.

Zusätzlich hat Lufthansa Technik mit den Triebwerksherstellern General Electric und Rolls-Royce Kooperationsverträge zur Wartung auch konzernfremder Jets geschlossen. Im Fall der Airbus A350 könnten die Optionen auf die größere A350-1000 umgewandelt werden, wie der Hersteller mitteilte. Lufthansa geht von einem jährlichen Wachstum von 3 Prozent aus, könnte mit den Optionen aber auch ein Plus von 5 Prozent bedienen.

Für die Boeing 777 neuester Bauart ist Lufthansa Erstkunde. Die bislang nur auf dem Reißbrett existierende Weiterentwicklung des Erfolgsmodells 777 soll erst ab 2020 in den Dienst gestellt werden. Derweil kann Airbus mit dem Lufthansa-Großauftrag nun auf insgesamt 707 Festbestellungen für die A350 verweisen, die am 14. Juni ihren Jungfernflug absolviert hatte.

Aus der Langstreckenflotte scheiden mit dem Jumbo Boeing 747-400 und der Airbus A340 ausschließlich Jets mit vier Triebwerken aus. Im Jahr 2025 werden nach Lufthansa-Planungen nur noch die Flaggschiffe A380 und Boeing 747-8 mit zusammen 33 Maschinen viermotorig fliegen. Das Unternehmen erwartet dank der vereinfachten Flottenstruktur weitere Kostenvorteile bei Wartung und Trainings der Besatzungen.

Der Airbus-Rivale Boeing hatte sich zuvor einen vor drei Monaten in Aussicht gestellten Großauftrag für seinen pannengeplagten „Dreamliner“ gesichert. Die Leasinggesellschaft ALC bestellt insgesamt 33 der leichten und damit besonders spritsparenden Langstreckenflieger. Zudem orderte die zum General-Electric-Konzern zählende Leasingfirma GECAS zehn „Dreamliner“. Das US-Unternehmen widersprach auch Gerüchten über eine Einstellung des modernsten Jumbos 747-8. Man habe 107 Bestellungen für das Flugzeug.

dpa

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