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Weltweit Lufthansa will verstärkt gegen Billigflieger kämpfen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Lufthansa will verstärkt gegen Billigflieger kämpfen
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15:13 17.11.2009
Quelle: ddp
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Lufthansa-Vize Franz räumte ein, die Veränderungen durch die Konkurrenz der Billigflieger in den vergangenen Jahren nicht ernst genug genommen zu haben: „Vielleicht haben wir die Brutalität des Wettbewerbs durch die Billig-Airlines unterschätzt, und da nehme ich mich selbst nicht aus“, sagte Franz der „Süddeutschen Zeitung“ vom Dienstag.

Die Lufthansa solle nun verstärkt den Wettbewerb mit den günstigen Anbietern suchen. Entsprechend kündigte Franz einen harten Sparkurs an: Die Kosten müssten um 40 Prozent gesenkt werden. Nach Angaben der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo soll die Hälfte der Einsparungen von Seiten des Personals kommen.

Ein Weg für die Lufthansa, die Produktivität zu erhöhen, sei der der Einsatz größerer Flugzeuge, sagte Franz. „Wir können praktisch auf jeder Strecke auch größere Flugzeuge füllen, Nachfrage ist stimulierbar.“ Da künftig auch Langstrecken-Flüge weniger Gewinn einbrächten, müsse die Lufthansa vor allem auf ihren Kurzstrecken profitabler werden.

Franz will bei der Lufthansa „in einzelnen Bereichen gezielt Elemente“ aus der Ideenkiste der Billigflieger übernehmen. So kündigte der Lufthansa-Vize unter anderem Neuerungen an Bord der Flugzeuge an. Auf Verbindungen innerhalb Europas wolle die Lufthansa mehr Sitzreihen in die Kabinen einbauen, sagte Franz der „Welt“ (Dienstagsausgabe). Damit es nicht zu eng werde, sollen demnach die Rückenlehnen dünner werden. Zudem könnten Garderobenschränke und Küchen ausgebaut oder verkleinert werden.

Auch stehe die Palette der Mahlzeiten an Bord der Flugzeuge auf dem Prüfstand, sagte Franz der „Welt“. Derzeit gebe es sechs Service-Stufen - vom Imbiss bis zum vollständigen Gericht. Generell solle es aber weiterhin kostenlos Essen und Getränke geben.

Franz leitet seit Mitte des Jahres das Fluggeschäft des Konzerns und soll voraussichtlich Ende 2010 Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber an der Konzernspitze ablösen. Zuvor hatte Franz die Lufthansa-Tochter Swiss erfolgreich saniert.

Der Leiter Tarifpolitik und Recht bei der Gewerkschaft Ufo, Joachim Müller, kritisierte, die Lufthansa müsse „sich gut überleben, ob sie mit den Einsparungen nicht ihr gutes Image als Premium-Fluggesellschaft schädigt“. Nur durch diese Positionierung am Markt könne sich die Lufthansa von der Konkurrenz unterscheiden. Für die beabsichtigten Einsparungen von 40 Prozent fehle der größten deutschen Airline jedoch ein Gesamtkonzept. „Das gleiche wie bisher, nur billiger, reicht einfach nicht“, sagte Müller.

Mehr Produktivität sei von Seiten des Personals zumindest auf Strecken in Deutschland und Europa kaum erzielbar, kritisierte Müller. Nur noch auf Langstreckenverbindungen bestehe teils Spielraum. Problem der Lufthansa sei der große Verwaltungsapparat. Billigflieger könnten viel leichter mit Innovationen experimentieren und diese bei Erfolg beibehalten oder Misserfolg verwerfen, sagte der Gewerkschafter.

afp

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