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Weltweit MAN-Chef Samuelsson 
tritt zurück
Nachrichten Wirtschaft Weltweit MAN-Chef Samuelsson 
tritt zurück
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20:36 23.11.2009
Håkan Samuelsson Quelle: afp
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Samuelsson wolle „dazu beitragen, dass sich die MAN-Gruppe wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften widmen kann“, teilte der Konzern mit. Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer lieferte die Erklärung: „Mit dem Rücktritt wird nach der Korruptionaffäre der Weg frei für einen unbelasteten Neuanfang.“

Bei MAN wird seit Monaten ein Geflecht von Schmiergeldfällen im Lkw-Geschäft untersucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es zwar keinen Verdacht gegen Samuelsson, der die Aufklärung vorangetrieben hat, doch bei Managern wie ihm sei politische Verantwortung im Gehalt inbegriffen, sagte Neugebauer. Das Unternehmen und der Aufsichtsrat seien vom Rückzug des Schweden völlig überrascht worden, hieß es in Konzernkreisen.

Freiwillig sei Samuelsson nicht gegangen, sagt ein Insider. Vielmehr habe ihn der MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch dazu gezwungen. Dieser habe ihn für die Affäre verantwortlich gemacht.Ob Piëch damit noch Ziele jenseits der Korruptionsaffäre verfolge, sei undurchsichtig. Der Aufsichtsratschef führt auch den Aufsichtsrat des VW-Konzerns, der mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt ist. Außerdem kontrolliert VW den schwedischen MAN-Konkurrenten Scania. Piëchs großes Ziel ist die Verschmelzung zu einer Lkw-Gruppe unter VW-Führung. Allerdings hat VW mit der Porsche-Fusion und der Autokrise im Moment anderes zu tun. Zudem müsste VW erst einmal die MAN-Mehrheit übernehmen und dabei wohl ein teures Übernahmeangebot an die freien Aktionäre machen. Außer Piëch treibe das Thema im Moment niemanden besonders um, hieß es gestern in Konzernkreisen – was nicht ausschließe, dass der Mann in Salzburg eigene Ziele verfolge.

Der gebürtige Schwede Samuelsson machte zunächst bei Scania Karriere, ehe er Chef des Nutzfahrzeuggeschäfts bei MAN wurde und 2005 an die Konzernspitze rückte. Im Lkw-Bereich, der rund 70 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, sind später die Schmiergeldfälle aufgetaucht. Sie stammen aus der Zeit, in der Samuelsson dort Chef war. Die Staatsanwaltschaft führt den 58-Jährigen aber ausdrücklich nicht als Beschuldigten. „Ich gehe nicht davon aus, dass Samuelsson der Letzte ist, der geht“, vermutet ein Insider. Weitere Rücktritte seien Spekulation, sagt MAN.

Bereits früher mussten wegen der Affäre die beiden Nutzfahrzeug-Vorstände Sabine Drizga und Peter Erichreineke gehen sowie Manager in der Ebene darunter. Begonnen hatte die Affäre mit einer Razzia der Staatsanwaltschaft im Mai 2009. Es geht um mutmaßliche Schmiergelder zur Absatzförderung im Lkw-Geschäft in Höhe von insgesamt rund 16 Millionen Euro. Die Ermittler verdächtigen mehr als 100 Personen im Konzern und außerhalb.

Der stille und stets diplomatische Samuelsson hat den Konzern seit 2005 massiv umgebaut. Mehrere Sparten wurden verkauft, an der heutigen Aufstellung mit dem Lkw-Geschäft, den Großdieseln und den Turbomaschinen wollte er aber festhalten. Er betonte auch stets, dass MAN auch in einem Verbund mit Volkswagen und Scania ein selbstständiger, börsennotierter Konzern bleiben müsse.

Zumindest in diesem Punkt wäre es über kurz oder lang zum Konflikt mit Piëch gekommen, denn dessen Ziele sind ohne eine Zerschlagung von MAN kaum vorstellbar. Samuelsson hatte selbst 2006 versucht, Scania zu übernehmen. Doch die einstigen Kollegen in Schweden wehrten sich letztlich mit Erfolg. Ergebnis der damaligen Kämpfe ist das komplizierte Dreiecksverhältnis, in dem VW an Scania und MAN sowie MAN seinerseits an Scania beteiligt ist. Seit damals ist es auch kaum vorstellbar, dass Samuelsson oder sein Scania-Kollege Leif Östling einen möglichen Gemeinschaftskonzern führen würden.

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