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Weltweit Mahnung an den Möbelbauer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mahnung an den Möbelbauer
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20:36 27.11.2009
Der eigene Name ist heilig: Möbelriese Ikea. Quelle: Heusel (Archiv)
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Es heißt, Billy sei der perfekte Partnerschaftstest: Wenn ein junges Paar es schafft, das Ikea-Regal zusammenzubauen, ohne einander in die Haare zu geraten, dann hat die Beziehung Zukunft. Doch auch eingefleischte Singles und abgebrühte Eheleute standen schon fluchend vor Gebrauchsanweisung und Schranktorso und wussten nicht weiter. Für sie gibt es jetzt Hilfe, zumindest in Ikeas schwedischer Heimat. Dort hat sich Staffan Lindström darauf spezialisiert, den Kunden die Möbel nach Hause zu bringen und dort zu montieren – ganz ohne Streit. „Pickea“ hat er seine Firma genannt, doch Ikea ist nicht begeistert.

Denn kaum hatte Lindström in Simrishamn seine Firma gestartet, da flatterte ihm ein eingeschriebener Brief der Ikea-Holding ins Haus, dass er seine Website schließen und aufhören möge, den Namen zu benutzen. Drei Wochen Frist räumten ihm die Konzernjuristen ein, andernfalls werde geklagt. Die Diskussion sei hiermit beendet. Doch für den findigen Unternehmer hat sie gerade erst angefangen. Er sei „enttäuscht und verwundert“, sagt der 64-Jährige. Schließlich hat er vor einem Jahr, als ihm die Geschäftsidee gekommen war, sie zwei Ikea-Chefs vorgelegt. „Die fanden das klasse und wünschten mir viel Glück.“

Und dann lief das ganze auch prima an. „Ständig rufen Frauen an und bitten um Hilfe“, sagt Lindström, der seine Kunden auffordert, bei einem Kaufhausbummel oder im Internet die gewünschten Waren auszusuchen. Dann übernimmt er all das Schwierige: holt die Pakete aus dem Ikea-Lager, bringt sie zum Besteller und verlässt die Wohnung erst, wenn der zweitürige Garderobeschrank Hopen einräumfertig im Flur steht. 30 Minuten veranschlagt er für die Montage, macht 250 Kronen, knapp 25 Euro. Falls ein paar Schrauben fehlen, hat er welche in seinem Lieferwagen. Das Regal Billy samt CD-Turm in die Ecke zu zimmern, braucht doppelt so lang zum doppelten Preis. Plus die Frachtkosten, die je nach Menge und Entfernung zwischen 79 und 199 Euro schwanken. Auch ganze Küchen und Büroeinrichtungen baut er ein, Mail an Pickea genügt.

Doch bei Ikea befürchtet man Verwechslungen. „Die Leute könnten glauben, dass die Firma zu uns gehört“, sagt eine Sprecherin. Obwohl auf Pickeas Website deutlich steht, dass man „kein Teil von Ikea“ sei, und obwohl das Firmenregister den Namen gut geheißen hat. Lindström will keinen Streit. Er habe in Ikea-Möbeln gehaust, seit er vor 40 Jahren heiratete, sagt er, sie seien Teil seines Lebens. Das Letzte, was ein Anfänger braucht, ist ein Rechtskonflikt mit einem Riesen, noch dazu, wenn die Geschäftsidee von diesem abhängt. So hat Lindström jetzt an Ikea-Gründer Ingvar Kamprad geschrieben, von dem er glaubt, dass er „für Kleinunternehmer ein Herz hat; er hat ja selbst so angefangen.“ Man könne doch über eine Lösung reden, hofft der Möbelsammler, und bei Ikea ist man nicht mehr abgeneigt, seit der Tiefschlag des Großkonzerns gegen den kleinen Krisenhelfer publik wurde. Der brüske Ton der Klagedrohung seien „juristische Standardformulierungen“, die einem „Dialog nicht im Weg stehen sollten“, sagt die Konzernsprecherin.

von Hannes Gamillscheg

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