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Weltweit Mercedes erringt Etappensieg im Kältemittel-Streit
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mercedes erringt Etappensieg im Kältemittel-Streit
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00:44 28.08.2013
Frankreich muss den Verkauf der Kompaktmodelle von Mercedes zulassen. Quelle: dpa
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Paris

Knapp 3000 französische Kunden nagelneuer Mercedes-Kompaktmodelle dürfen sich freuen: Sie werden innerhalb weniger Tage ihre längst bestellten und bezahlten Limousinen bekommen. Und auch Hersteller Daimler kann vorerst aufatmen: Bis zu einer endgültigen Entscheidung darf Frankreich nicht länger die Zulassung von Autos blockieren, die das umstrittene Kühlmittel „R134a“ enthalten. Das erklärte gestern der französische Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht des Landes. Der Kühlmittel-Streit erhitzt seit Wochen die Gemüter in Paris, Berlin und Stuttgart.

Der Streit zieht sich seit Monaten hin. Die EU-Kommission verlangt die Umstellung auf ein neues Kältemittel in den Klimaanlagen, das weniger Kohlendioxid an die Luft abgibt. Als Mercedes das Mittel testete, gerieten jedoch bei Crashtests mehrere Fahrzeuge in Brand – die Stuttgarter lehnen die Verwendung deshalb ab und bleiben beim alten „R134a“. Das tun auch diverse andere Hersteller, die allerdings juristisch bessere Karten haben: Weil die EU-Richtlinie für Fahrzeuge mit einer Typgenehmigung ab 2011 gilt, wurde manches neue Modell noch mit der Typgenehmigung des „weiterentwickelten“ Vorgängers zugelassen. Allgemeine Pflicht wird das neue Kühlmittel erst für Neuwagen ab 2017. Mercedes jedoch hatte die neuen Modelle mit aktuellen Typgenehmigungen gestartet.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung unter anderem mit den wirtschaftlichen Folgen für Daimler. Das Unternehmen hatte seinen möglichen Umsatzverlust in Frankreich auf 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beziffert. Seit Juni durften mehr als 4500 neue Fahrzeuge der A-, B-, SL- und CLA-Klasse in Frankreich nicht ausgeliefert werden, von denen rund 2700 bereits bezahlt waren. „Damit ist nun das Gleichgewicht zwischen allen Automobilherstellern in Europa wiederhergestellt“, erklärte Daimler.

Die Richter erklärten gestern, die Auswirkungen des umstrittenen neuen Kältemittels auf die Umwelt seien gering, da weniger als 2 Prozent der 2013 in Frankreich neu zugelassenen Fahrzeuge betroffen seien. Der Kühlmittelhersteller Honeywell bedauerte hingegen das Urteil und erklärte, effektiv angewandt könne die EU-Richtlinie das Äquivalent zu 4 Millionen Autos auf europäischen Straßen einsparen.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt hatte das Vorgehen von Daimler genehmigt – trotz Zweifeln an einer „realen Gefahr“ durch das neue Kühlmittel. Auch von den übrigen EU-Staaten erkannten alle die Entscheidung des Daimler-Konzerns an – außer Frankreich. Unterstützung erhielt es von der EU-Kommission und EU-Industriekommissar Antonio Tajani, die sich gegen Sondergenehmigungen sperrten. Die Entscheidung der EU-Kommission, ob Deutschland die Brüsseler Vorgabe unzulässigerweise umgeht, wird im Herbst erwartet.

So deutlich wie Mercedes hat sich kein anderer Hersteller im Kühlmittelstreit positioniert. Die Branche hatte bereits an Klimaanlagen mit Kohlendioxid als Kühlmittel gearbeitet, das bei dieser Verwendung nicht in die Luft entweichen würde. Die Entwicklung wurde allerdings gestoppt, weil die Anlagen mit dieser Technik teurer und schwerer würden.

Von Birgit Holzer

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