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Weltweit Mit Katar will VW an die Spitze
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mit Katar will VW an die Spitze
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22:59 14.08.2009
Von Stefan Winter
"Sieg auf der ganzen Linie": VW-Chef Martin Winterkorn gewinnt mit Porsche eine feine Marke dazu, Betriebsratschef Bernd Osterloh ferut sich über die gestärkte Macht der Arbeitnehmer. Quelle: Nigel Treblin
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Am gleichen Tag wurde bekannt, dass das Scheichtum Katar sich mit sieben Milliarden Euro an VW und Porsche beteiligt. Katar erwirbt nach einer am Freitag in Stuttgart geschlossenen Vereinbarung zehn Prozent an der Porsche-Holding, der Dachgesellschaft von Porsche und VW. Zudem kauft das Emirat Porsche einen großen Teil der Optionen auf VW-Aktien ab.

Dadurch werde für Porsche deutlich über eine Milliarde Euro frei, die vorher als Sicherheit bei den Banken gebunden gewesen seien, teilte die Holding mit. Das Emirat kann bis zu 17 Prozent an VW erwerben. Katar wird zum drittgrößten Aktionär bei Volkswagen nach den Familien Piëch und Porsche sowie dem Land Niedersachsen. Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani sagte: „Der erste Grund für den Einstieg ist das Geldverdienen.“ Als weitere Gründe nannte er gute Beziehungen zu Deutschland und den Transfer von Technologie in den Wüstenstaat, der sich für die Zeit nach dem Versiegen seiner Ölquellen rüsten will.

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VW und Porsche hatten sich nach einem erbitterten Machtkampf auf die Bildung eines integrierten Autokonzerns verständigt. Zunächst hatte der Sportwagenbauer VW übernehmen wollen, dabei aber einen Schuldenberg von zehn Milliarden Euro angehäuft. Nun soll Porsche zehnte Marke des VW-Konzerns werden. Um den Einstieg bei Porsche zu finanzieren, plant VW eine Kapitalerhöhung von rund vier Milliarden Euro.

Die am Donnerstag von den Aufsichtsräten gebilligte Grundlagenvereinbarung zwischen VW und Porsche sieht vor, dass die beiden Autobauer bis 2011 miteinander verschmelzen. Die Führung liegt bei VW. Winterkorn sagte, der Konzern habe eine beispiellose Modellpalette, globale Präsenz und höchste Technologiekompetenz. Die Familien Piëch und Porsche bleiben größter VW-Aktionär. Ihre Beteiligung am späteren Gesamtkonzern werde aber auf 35 bis 40 Prozent sinken, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Bislang hält die Porsche Holding SE, die von den Familien kontrolliert wird, knapp 51 Prozent an VW. Winterkorn versprach bei einer Betriebsversammlung vor 20 000 VW-Mitarbeitern in Wolfsburg, einen Jobabbau „als Folge des Zusammenschlusses“ werde es nicht geben. Auch die Beschäftigen sollen am Unternehmen mit ein bis fünf Prozent beteiligt werden, wie VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte. So soll die Belegschaft auch als Aktionär Einfluss nehmen können. Einen „Sieg auf der ganzen Linie“ nannte er die Regelung, dass alle wichtigen Entscheidungen im Aufsichtsrat mit einer Zweidrittelmehrheit gefällt werden müssten. Dies bedeute praktisch ein Vetorecht für die Arbeitnehmer.

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