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Weltweit Ikea kauft gebrauchte Möbel in Hannover zurück
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Ikea kauft gebrauchte Möbel in Hannover zurück
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15:52 13.08.2018
Quelle: Frank Radel
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Hannover

Der Möbelriese Ikea will künftig gebrauchte Möbel zurückkaufen und erneut anbieten. In zunächst fünf Pilothäusern können Kunden vom 1. September an ihre nicht mehr benötigten Ikea-Möbel gegen Gutscheine umtauschen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Getestet wird die Aktion in den Ikea-Filialen Hannover-Expo Park, Berlin-Lichtenberg, Siegen, Kaarst und Würzburg. „Manchmal passt ein eigentlich noch tadelloses Möbelstück einfach nicht mehr in die neue Lebenssituation oder entspricht nicht mehr dem Geschmack“, sagte Armin Michaely, Nachhaltigkeitsmanager bei Ikea.

Nicht alle Möbel kann man zurückbringen. Ikea will nur „besonders beliebte“ Produktgruppen zurückkaufen. Außerdem müssen die Artikel in „gutem bis einwandfreien Zustand“ sein. Bevor Kunden ins Möbelhaus fahren, sollen sie sich im Internet (www.IKEA.de/ZweiteChance) informieren, ob ihr Produkt in Frage kommt. Außerdem wird dort ein unverbindlicher Preisvorschlag ermittelt. Man erhält in der Regel nicht den vollen Kaufpreis, sondern einen Teil davon, je nach Zustand der Ware.

Naturschützer finden’s gut

Die Möbel will Ikea dann ohne Preisaufschlag, aber mit zusätzlicher Mehrwertsteuer, wieder verkaufen. Das Unternehmen will dadurch „Menschen mit kleinem Geldbeutel“ besonders günstige Angebote machen. Außerdem soll die Umwelt von dem System profitieren, weil die gebrauchen Möbel erneut genutzt statt vernichtet werden.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) begrüßte die Neuerung. „Heute gehen viel zu viele ausrangierte Möbel in die Verbrennung“, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Umso wichtiger sei ein funktionierender Gebrauchtwarenmarkt. Auch andere Handelsunternehmen, insbesondere aus dem Textilbereich, betreiben Rückkaufsysteme.

Umtauschregeln wieder verschärft

Ikea war lange für seine äußerst großzügigen Rücknahmeregeln bekannt. Kunden konnten alle Möbel unabhängig von deren Zustand zurückbringen und erhielten den vollen Kaufpreis zurück. Eine Zeit lang galt das sogar zeitlich unbegrenzt. Doch zuletzt haben die Schweden die Regeln wieder verschärft – unter anderem, weil einige Kunden das System exzessiv ausgenutzt hatten. Vom September an kann man nur noch unbenutzte Möbel gegen den vollen Kaufpreis umtauschen. Hat das Billy-Regal schon ein paar Kratzer, muss man auf das neue Gebraucht-Ankauf-System ausweichen.

Von Christiane Bosch und Christian Wölbert

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