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Weltweit Nach EuGH-Urteil: Droht der Onlinelastschrift das Aus?
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Nach EuGH-Urteil: Droht der Onlinelastschrift das Aus?
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21:45 09.09.2019
Der EuGH hat entschieden, dass auch Kunden aus dem Ausland das SEPA-Lastschriftverfahren nutzen können müssen (Symbolbild). Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Es ist ein Urteil, das Wellen schlägt: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass die Deutsche Bahn Kunden mit Wohnsitz außerhalb Deutschlands nicht verbieten darf, Onlinetickets per Lastschriftverfahren zu bezahlen. Hintergrund ist eine Klage österreichischer Verbraucherschützer.

Was zunächst unspektakulär klingt, hat es in sich: Onlineshops müssen sich zukünftig genau überlegen, ob sie das Verfahren noch nutzen. Denn: Wenn die Zahlungsart Lastschrift zugelassen ist, so die Luxemburger Richter, dürfe es keine Rolle spielen, aus welchem Land der Kunde bestellt – und wo er sein Konto führt. „Das ist ein Bärendienst für den Onlinehandel“, kommentierte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) das Urteil. Das Digitalmagazin „t3n“ schreibt in einer Kolumne sogar: „Auf Wiedersehen Lastschrift, es war schön mit dir.“ Doch woher kommt der Pessimismus?

Kunden können Zahlung aufschieben – zulasten der Händler

Beim Lastschriftverfahren geht der Händler ein gewisses Risiko ein. Bei mangelnder Kontodeckung wird das Geld zurückgebucht. Und der Kunde kann der Buchung ohne Angabe von Gründen bei seiner Bank widersprechen. Die Folge: Der Händler bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Um Zahlungsausfällen vorzubeugen, prüfen die meisten Anbieter daher vorab die Bonität ihrer Kunden – zum Beispiel über die Schufa. Im Ausland allerdings ist es teuer und mitunter schwer, entsprechende Kundeninformationen einzuholen. So bietet die Schufa entsprechende Informationen nur in zehn von 28 EU-Staaten an.

In Deutschland ist die Lastschrift beliebt

„Die Lastschrift ist mit diesem Urteil für viele Onlinehändler nicht mehr attraktiv. Viele Onlineshops werden sich jetzt die Frage stellen, ob sie Lastschrift als Zahlungsart nicht mehr anbieten", sagte nun Robert Hoffmann, Chef des Zahlungsdienstleisters Concardis dem Handelsblatt. Für Internetshops bleiben mit dem Gerichtsurteil nur zwei Möglichkeiten: Entweder stellen sie das Lastschriftverfahren allen EU-Kunden zur Verfügung – oder sie verzichten ganz darauf. Dabei ist das Verfahren gerade in Deutschland beliebt: Mit einem Umsatzanteil von knapp 20 Prozent liege es auf dem dritten Platz der beliebtesten Zahlungsmethoden beim Onlinekauf, so die Marktforscher des EHI Retail Instituts.

Verbraucherschützer begrüßen Entscheidung

Auch wenn der Handel kritisch ist – Verbraucherschützer begrüßten das EuGH-Urteil. „Die Entscheidung hat nicht überrascht", so Finanzmarkt-Experte Frank-Christian Pauli von der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das Europäische Recht sei eindeutig und verbiete Diskriminierung wegen des Wohnortes. Gerade für Verbraucher, die im grenznahen Bereich wohnten, hätte das Gericht eine wichtige Entscheidung getroffen. „Der EuGH hat somit auch bestätigt, dass man nicht mehr zwei Konten unterhalten muss, weil man in einem Land arbeitet und im anderen wohnt“, sagte Pauli.

RND/fh

Von Fabian Hartmann/RND

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