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Weltweit Waschen, schneiden, löhnen: Wird der Friseurbesuch teurer?
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Waschen, schneiden, löhnen: Wird der Friseurbesuch teurer?
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20:35 27.05.2019
Immer weniger Nachwuchskräfte wollen den Friseurberuf erlernen. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Frankfurt/Hannover

Die Friseure in Deutschland bekommen den Fachkräftemangel zu spüren. Betriebe haben oft Schwierigkeiten, genügend Nachwuchskräfte zu finden – und müssen höhere Gehälter bieten. Der Wettbewerb um Mitarbeiter lasse die Personalkosten steigen, sagte Harald Esser, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, am Montag in Frankfurt. Salons müssten deshalb auch mehr Geld für Haarschnitte oder Färbungen verlangen.

Zahl der Lehrlinge geht zurück

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Verbands in der Branche bundesweit 4,7 Prozent weniger Auszubildende als 2017. Auch in Niedersachsen geht das Interesse an dem Beruf seit Längerem zurück: Die Zahl der Lehrlinge im Friseurhandwerk hat sich hier zwischen 2008 und 2018 von 3639 auf 2076 verringert, wie die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen mitteilte.

„Vielen ist Handwerk nicht mehr sexy genug“

„Nachwuchsgewinnung ist die drängendste Aufgabe unserer Branche“, betonte Esser –wies aber auch darauf hin, dass der Wirtschaftszweig weiterhin zu den ausbildungsstärksten Berufen zähle. Da viele Schulabgänger lieber studierten, nehme die Konkurrenz der Handwerker um Fachkräfte zu. In der Branche gebe es offene Stellen, sagte Marc Ringel, Geschäftsführer beim Landesinnungsverband des niedersächsischen Friseurhandwerks. Vielen Beschäftigten sei ein Handwerk „nicht mehr sexy genug“.

Verdi rügt: Friseure arbeiten oft für „unterirdisch wenig Geld“

Nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi ist der Mangel an Auszubildenden im Friseurhandwerk jedoch „hausgemacht“. Die Beschäftigten „arbeiten in den Salons immer noch überirdisch viel für unterirdisch wenig Geld“, sagte ein Sprecher des Verdi-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen. „Hier müssen bundesweit neue Standards her.“

Landesinnungsverband kehrt in den Tarif zurück

Landesverbandsgeschäftsführer Ringel wies darauf hin, dass Betriebe häufig übertarifliche Löhne zahlten, um gute Mitarbeiter zu bekommen. „Die Kunden müssen aber auch bereit sein, höhere Preise zu bezahlen.“ 2018 hatten sich der Landesinnungsverband und Verdi nach sechs Jahren wieder auf einen Tarifvertrag für die Branche verständigt. Die große Mehrzahl der Friseurbetriebe erziele allerdings weniger als 125 000 Euro Jahresumsatz, erläuterte der Zentralverband. Entsprechend wenig Spielraum bleibe für die Entlohnung der Mitarbeiter.

Von Alexander Sturm und Dirk Stelzl

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