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Weltweit Niedersachsen will E-Autos kostenlos parken lassen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Niedersachsen will E-Autos kostenlos parken lassen
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21:53 27.05.2013
In der Metropolregion Hannover sollen Antriebe für Elektrofahrzeuge stärker erforscht werden. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Bei einem Elektroauto-„Gipfel“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Autoindustrie Hilfe in den Verhandlungen über strengere CO2-Grenzwerte in der EU zugesagt. Deutschland sei bei ehrgeizigen Zielen immer mit dabei, sagte Merkel am Montag auf einer Konferenz zur Elektromobilität in Berlin. Sie warnte aber indirekt davor, dass dies zulasten der deutschen Autoindustrie geschehe.

Die Kanzlerin bezeichnete das Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 auf deutschen Straßen zwar als ambitioniert, sieht aber gute Chancen, es zu erreichen. Bisher sind nur einige Tausend Elektroautos zugelassen. Auch gibt es nur wenige E-Autos aus deutscher Produktion. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, derzeit hätten es Elektroautos im Wettbewerb mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch „verdammt schwer“.

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Merkel betonte die Bedeutung der Autobranche als Kernindustrie in Deutschland. Es sei wichtig, dass diese den Transformationsprozess gut bewältige. Dabei hätten „Supercredits“ eine „super Bedeutung“, sagte Merkel. „Supercredits“ sind eine Art Bonus für Elektroautos, sie werden auf die gesamte Flotte angerechnet. Dies hilft dann der gesamten CO2-Bilanz.

Kostenloses Parken für Elektrofahrzeuge

Die Kanzlerin wandte sich gegen Kaufprämien, wie es sie in anderen Ländern gibt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sprach sich für Anreize jenseits des Finanziellen aus: „Für überlegenswert halte ich eine einheitliche Kennzeichnung von Elektrofahrzeugen, die dann kostenloses Parken in Innenstädten ermöglichen würde“, sagte Lies der HAZ.

In Niedersachsen sollen die Möglichkeiten der Elektromobilität schon früher zu spüren sein als in anderen Teilen der Republik. Die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg ist eines von vier „Schaufenstern“, in denen die neue Technologie vorangetrieben wird. Mehr als 30 Modellprojekte mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro sind in Vorbereitung. Gerade haben die Beteiligten dafür die Freigabe der Bundesgelder erhalten.

Berlin steuert 40 Millionen Euro bei für Projekte wie die Elektrifizierung der Carsharing-Flotte von Volkswagen, E-Fahrräder zum Ausleihen oder industrielle Forschungsvorhaben wie etwa von Johnson Controls. Der US-Konzern baut in Hannover eine neue Produktionslinie zur Bestückung moderner Batteriesysteme für Elektroautos.

Auch VW treibt die Entwicklung voran, der Schwerpunkt für die E-Mobilität liegt im Braunschweiger Werk. Bosch und Daimler fertigen gemeinsam Elektromotoren im Hildesheimer Wald. Continental produziert in Gifhorn E-Motoren für Renault.

Andreas Hoenig / Lars Ruzic