Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Hohe Schäden durch Stürme und Käfer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Hohe Schäden durch Stürme und Käfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 19.01.2019
Mehrere tausend Baumstämme liegen an einem Lagerplatz der Niedersächsischen Landesforsten im Harz Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die Niedersächsischen Landesforsten leiden unter den größten Schäden seit Jahrzehnten. Durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall sei im vergangenen Jahr ein Schaden von 130 Millionen Euro entstanden, teilte die Behörde am Mittwoch mit – das entspreche in etwa einem Jahresumsatz. Damit werde auch der Gewinn für 2018 voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als im langjährigen Mittel, sagte ein Sprecher. Schon im ebenfalls stürmischen Vorjahr hatte sich das Ergebnis auf knapp 6 Millionen Euro halbiert.

Den Anfang machte der Orkan „Friederike“, der am 18. Januar 2018 innerhalb weniger Stunden ganze Wälder vernichtete. Die größten Schäden verursachte der Sturm im Solling, im Harz und in den Wäldern des Leineberglandes. In manchen Revieren seien so viele Bäume entwurzelt worden, wie sonst in zwei Jahren planmäßig gefällt würden, hieß es. Dort habe sich auch das Bild des Waldes zum Teil stark verändert. Die durch „Friederike“ entstandenen 1,6 Millionen Kubikmeter Sturmholz habe man inzwischen aufgearbeitet, sagte der Behördensprecher.

Im Jahresverlauf vergrößerten sich die Schäden durch die sommerliche Hitzewelle und den massenhaften Befall von Bäumen durch Borkenkäfer. Dadurch seien 700.000 Kubikmeter Kalamitätsholz angefallen, hieß es. Die durch den Borkenkäfer verursachten Schäden würden oft erst zeitverzögert bemerkt, wenn sie Bäume absterben. Die Forstleute fänden noch immer neue Nester abgestorbener Bäume.

„Das am Wegesrand gestapelte Sturm- und Käferholz müsste rasch aus dem Wald abgefahren und in den Sägewerken verarbeitet werden“, sagte der zuständige Abteilungsleiter Klaus Jänich. Es fehle jedoch nicht nur an Transportmöglichkeiten, sondern auch an Verarbeitungskapazitäten in den Sägewerken. „Wir brauchen jedoch den Platz, um dort in den nächsten Wochen und Monaten neue Borkenkäferstämme einzulagern“, sagte Jänich.

Das Überangebot an Holz drückt auf die Preise: Für einen Kubikmeter Fichte bekommen die Landesforsten aktuell noch 50 Euro pro Kubikmeter – in der Zeit vor den Stürmen seien es etwa 90 Euro gewesen, sagte der Behördensprecher. Viele Bäume müssten zudem als minderwertiges Industrieholz verkauft werden, weil sie nicht höchsten Qualitätsanforderungen genügten. In diesem Segment liegen die Preise im Bereich von 30 Euro je Kubikmeter. Einen Teil des Preisverfalls könne man durch die höhere Menge kompensieren, hieß es. Bereits im Herbst haben die Landesforsten begonnen, die geschädigte Fläche von rund 1700 Hektar wieder aufzuforsten. „Das schaffen wir aus eigener Kraft“, sagte ein Behördensprecher.

Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverband zusammengeschlossenen privaten Forsteigentümer fordern dafür staatliche Hilfen. Der Kollaps des Holzmarktes bedrohe den Fortbestand zahlreicher Betriebe, sagte deren Präsident Philipp zu Guttenberg. Realistische Schätzungen der Ertragsausfälle lägen „bei mehreren Milliarden Euro“.

Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald. Fast die Hälfte (48 Prozent) der 11,4 Millionen Hektar sind Privatwald. Die Waldfläche in Niedersachsen umfasst rund 1,2 Millionen Hektar, das ist ein Viertel der Landesfläche. Über die Hälfte hiervon ist in Privatbesitz, meist von Landwirten.

Von Jens Heitmann

Viele Faktoren bedrohen den Wohlstand: Forscher der Weltwirtschaftsforums zeichnen ein dramatisches Bild der Wirtschaftswelt. Und

16.01.2019

Die Preise sind in Deutschland so stark gestiegen wie zuletzt im Jahr 2012. Dramatische Folgen hat das für Sparer.

16.01.2019

Überraschend kam das Nein des britischen Unterhauses zum Brexit-Abkommen mit der EU nicht. Die Gefahr eines ungeregelten Austritts Großbritannien bleibt bestehen. Der Insel droht eine Rezession – die auf den Kontinent übergreifen könne, warnen Experten.

16.01.2019