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Weltweit Nord/LB: Mehr als 2000 Stellen sind gefährdet
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Nord/LB: Mehr als 2000 Stellen sind gefährdet
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00:19 01.02.2019
Die Norddeutsche Landesbank in der Morgendämmerung. Quelle: dpa
Hannover

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) soll schrumpfen. Nach der geplanten Kapitalerhöhung wollen sowohl die Finanzinvestoren als auch die Sparkassen den Umfang der Geschäfte deutlich verringern – und entsprechend Personal abbauen. Von den aktuell 5900 Mitarbeitern der Bank könnten mittelfristig etwa 3500 übrig bleiben, verlautete am Dienstag aus Kreisen der potenziellen Geldgeber. Die Nord/LB will aus eigenem Antrieb 1250 Stellen abbauen. „Das wird auf keinen Fall reichen“, sagte ein Beteiligter.

Die Landesbank benötigt eine Kapitalspritze von rund 3,5 Milliarden Euro, weil ihre Bilanz durch faule Schiffskredite belastet ist. Seit dem Wochenende liegt ein gemeinsames Angebot der US-Private-Equity-Gesellschaften Cerberus und Centerbridge vor, für den morgigen Donnerstag wird mit einer Offerte aus dem Sparkassen-Lager gerechnet. Die öffentlich-rechtlichen Institute sind mit rund einem Drittel an der Nord/LB beteiligt, die Mehrheit halten die Länder Niedersachsen (59,1 Prozent) und Sachsen-Anhalt (5,6 Prozent).

Die beiden Finanzinvestoren wollen das Geschäft der Bank auf die Bereiche Firmenkunden, Infrastrukturprojekte, erneuerbare Energien und die Finanzierung von Flugzeugen konzentrieren. Für diese Aufgaben benötige man 1800 bis 2000 Mitarbeiter, hieß es gestern in mit den Plänen vertrauten Kreisen. Weitere 1500 Beschäftigte könnten bei Teilen der Nord/LB verbleiben, an denen Cerberus und Centerbridge kein Interesse haben. Dazu zählen unter anderem das Verbundgeschäft mit den Sparkassen oder die Tochter Braunschweigische Landessparkasse. Auch die Beteiligungen an der Fondsgesellschaft Deka, an der Landesbausparkasse und am Versicherer VGH könnten die Sparkassen zum Buchwert übernehmen, hieß es. Alles im allem wären dafür rund 750 Millionen Euro fällig.

Auch im Lager der Sparkassen ist der Wunsch nach einer Verkleinerung der Nord/LB groß. Die Beteiligung der 42 niedersächsischen Institute hatte einmal einen Buchwert von 1,1 Milliarden Euro – wegen der Schieflage der Landesbank mussten die Häuser den Wert inzwischen komplett abschreiben. Lange haben sich die Mitglieder des Sparkassenverbandes deshalb dagegen gewehrt, erneut Geld für die Nord/LB locker zu machen. „Wir werden keinen Cent mehr in diese Bank investieren“, hieß es noch Mitte Dezember.

Inzwischen sitzen jedoch auch die Niedersachsen wieder mit am Verhandlungstisch, weil der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mit einer Auffanglösung für die Nord/LB den Einstieg privater Investoren noch in letzter Minute verhindern will. „Allen ist aber klar, dass die Bank nicht so bleiben kann, wie sie jetzt ist“, sagte ein Beteiligter. „Ohne einen harten Sanierungsschritt wird es nicht gehen.“ Auch bei den Sparkassen sieht man eine Zielzahl von 3500 Mitarbeitern bei der Landesbank als realistisch an.

Von Jens Heitmann

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