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Weltweit Nordzucker verdient so viel wie noch nie
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Nordzucker verdient so viel wie noch nie
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22:32 24.03.2013
Foto: Konzernchef Hartwig Fuchs macht sich trotz schwächerer Nachfrage keine großen Sorgen.
Konzernchef Hartwig Fuchs macht sich trotz schwächerer Nachfrage keine großen Sorgen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Bilanz für 2012/13 (28. 2.) präsentiert Europas zweitgrößter Zuckerhersteller Ende Mai. Doch so viel ließ der Nordzucker-Chef schon durchblicken: Nach den bisher vorliegenden Daten werde unter dem Strich ein Gewinn von 350 bis 375 Millionen Euro herauskommen, sagte Hartwig Fuchs im Gespräch mit der HAZ. Der Umsatz dürfte 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro erreichen, nach 2,02 Milliarden Euro 2011/12.

Gegenüber dem bereits guten Vorjahr, in dem der Braunschweiger Konzern nach Steuern 208 Millionen Euro verdiente, ist das nochmals eine starke Verbesserung. Keine Frage ist es deshalb, ob die bäuerlichen Anteilseigner daran mit einer höheren Dividende beteiligt werden. Die Frage ist nur noch, um wie viel sie steigen wird. Eine Verdoppelung wie für 2011/12, als Nordzucker einen Euro je Aktie zahlte, wird es jedoch laut Fuchs nicht geben. „Aber auf jeden Fall wird die Dividende für 2012/13 deutlich höher ausfallen.“

Wegen des „extrem erfolgreichen“ Abschneidens haben auch alle knapp 3300 Mitarbeiter des Konzerns mit dem März-Gehalt eine „Sonderprämie“ von 1500 Euro erhalten, wie Fuchs sagte. Die Beschäftigten in Deutschland können sich im Juni zusätzlich über eine Erfolgsbeteiligung freuen: Sie werden wieder 2400 Euro bekommen, wie der Konzernchef sagte.

Den Rekordgewinn, zu dem alle Konzernbereiche beigetragen haben, hat Nordzucker aber auch genutzt, um das Eigenkapital weiter auf- und die Schulden abzubauen. Die Eigenkapitalquote dürfte nach Angaben von Fuchs von bisher etwa 44 auf 55 bis 60 Prozent steigen. Angesichts der Euro-Krise und schwächelnder Banken hält er ein dickes Eigenkapitalpolster für besonders wichtig. Die Nettoverschuldung, nach dem Kauf von Nordic Sugar 2009/10 mit 783 Millionen Euro auf dem höchsten Stand, wurde um weitere knapp 200 Millionen Euro auf noch 49,5 Millionen Euro gedrückt. Damit sei die Akquisition in Dänemark praktisch „voll bezahlt“.

Gleichzeitig konnte Nordzucker sich „leisten“, seinen Rübenanbauern das „höchste Rübengeld aller Zeiten“ zu zahlen. Das Rübengeld ist laut Fuchs der mit Abstand größte Kostenblock in der Bilanz.

Das satte Gewinnplus im abgelaufenen Geschäftsjahr verdankt der Konzern vor allem hohen Zuckerpreisen. Zwar sind die Weltmarktpreise wegen guter Ernten und teils nachlassender Nachfrage in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Aber mit derzeit 738 Euro je Tonne ist der Preis in der EU noch deutlich höher als auf dem Weltmarkt mit rund 460 Euro, wie Fuchs erklärte. Zudem profitiere Nordzucker besonders in Deutschland von Verträgen mit einjähriger Laufzeit, die man mit den Kunden in der Lebensmittelindustrie geschlossen habe. „Dadurch konnten wir die höheren Preise über einen längeren Zeitraum retten.“

Doch inzwischen bekommt auch Nordzucker die schwächere Nachfrage bei seinen Kunden in der Süßwaren- und Getränkeindustrie zu spüren, deren Geschäft vor allem wegen der Krise in Südeuropa leidet. Eine Prognose wollte Fuchs für das neue Geschäftsjahr 2013/14 nicht abgeben. Die Aussichten seien „deutlich gedämpft“, wenngleich er sich noch keine „riesengroßen Sorgen“ mache, sagte der Konzernchef. Die gesamte Branche schiebe Zuckerbestände vor sich her, was allerdings auch an den vergangenen zwei „Riesenernten“ liege. Einen Teil der geplanten Investitionen von wieder 70 bis 80 Millionen Euro will der Konzern daher für eine Aufstockung seiner Lagerkapazitäten etwa im Werk Uelzen einsetzen.