Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Ölförderer wollen Hildesheimer Börde erkunden
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Ölförderer wollen Hildesheimer Börde erkunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 02.10.2015
Die Branche interessiert sich verstärkt für Niedersachsen. Quelle: dpa
Anzeige
Hildesheim

Ein britisch-amerikanisches Unternehmen will zwischen Braunschweig, Hildesheim und Hannover nach Erdöl suchen. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Kimmeridge GmbH aus Lingen beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geowissenschaften (LBEG) eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis beantragt. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma der Explorationsfirma Kimmeridge Energy mit Sitz in London, New York und Houston.

Geschäftsführer Neil McMahon wollte sich auf Nachfrage nicht konkret äußern, verwies aber auf die Internetseite des Unternehmens. Dort erklärt die Firma, dass sie in Niedersachsen ein großes Potenzial für die Erdölförderung sehe und viele große Energiekonzerne sich dafür interessierten. Unter anderem nennt Kimmeridge Wintershall und GDF Suez. Und präzisiert: Vor allem in der Nähe aufgegebener Ölfelder vermute man lohnende Vorkommen. Das könnte unter anderem Mölme in der Hildesheimer Börde oder Rühme nördlich von Braunschweig betreffen.

Anzeige

Angst vor Fracking

In Braunschweig war das Interesse der Firma auch publik geworden und hatte für einen Aufschrei in der Politik gesorgt. Denn das LBEG hat zwar alle Kommunen im von Kimmeridge beantragten Gebiet um Stellungnahmen gebeten - ohne allerdings zu verraten, wer hinter dem Antrag steckt und auf welchen Rohstoff die Firma es abgesehen hat. Die Stadt Braunschweig fürchtet bislang noch Gasförderung mithilfe der umstrittenen Fracking-Methode. Alle Parteien im Stadtrat sind strikt dagegen, die Stadt will eine gepfefferte Stellungnahme ans LBEG schicken und auch die dünnen Informationen monieren. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die in Braunschweig unter anderem die Atomuhr betreibt, äußerte sich „beunruhigt“: Schon kleinste Erschütterungen könnten ihre Messungen gefährden.

Da es um Öl geht und nicht um Gas, wird Fracking aber unwahrscheinlicher. Laut LBEG gab es in Niedersachsen seit 1961 genau 320 Fracking-Maßnahmen, 317 für Erdgas, drei für Erdwärme - und keine für Erdöl. Das LBEG betont, mehr dürfe die Behörde in dieser Phase nicht preisgeben, weil es um Geschäftsgeheimnisse gehe. Zudem bringe eine Aufsuchungserlaubnis dem Antragsteller nur die Sicherheit, dass in dem Gebiet kein Konkurrent forscht. Zunächst könne die Firma nur Recherchen anstellen, etwa geowissenschaftliche Daten kaufen. Probebohrungen müssten extra genehmigt werden.

Von Tarek Abu Ajamieh

Weltweit Flüchtlingsdrama im Mittelmeer - „Seeleute sind keine Ärzte“
Jens Heitmann 02.10.2015
Weltweit Abgas-Skandal - VW braucht mehr Zeit
01.10.2015