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Weltweit Porsche stand am Rande einer Katastrophe
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19:03 29.01.2010
VW-Chef Martin Winterkorn (links) auf der Hauptversammlung in Stuttgart. Quelle: ap
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VW-Chef Martin Winterkorn gab sich am Freitag alle Mühe, auf der Porsche-Hauptversammlung eine rosige Zukunft für den Sportwagenbauer zu zeichnen. Die Aktionäre aber rechneten vielmehr mit den Fehlern des alten Managements ab, das Porsche an den Rand einer Katastrophe gebracht hatte. Der frühere Konzernchef Wendelin Wiedeking blieb dem Aktionärstreffen zwar wie erwartet fern. Der einstige starke Mann bei Porsche war dennoch ein beherrschendes Thema.

Wohlwissend um den Sprengstoff rund um die Personalie Wiedeking hatte Porsche bereits vor der Hauptversammlung Vorsorge getroffen. Die Entlastung des langjährigen Vorstandsvorsitzenden und seines damaligen Finanzvorstands Holger Härter für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 soll nach dem Willen der neuen Führungsriege und des Aufsichtsrates vertagt werden. Als Grund wurden die laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen zum Verdacht der Kursmanipulation genannt.

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Aber auch unabhängig von den Aktivitäten der Ermittlungsbehörde sorgten die gescheiterte Übernahme von VW und die dabei angehäuften Milliardenschulden für heftige Kritik der Aktionäre. „Wir haben einen Riesenverlust. Wir standen am Rande der Insolvenz“, rief ein Aktionärsschützer. „Wir haben unsere Unabhängigkeit verloren, VW hat das Zepter übernommen.“ Andere forderten eine Sonderprüfung der Vorgänge. „Wir haben ein gemeinsames Anliegen – es muss etwas getan werden“, rief ein Anteilseigner unter kräftigem Applaus in den vollbesetzen Saal in der Stuttgarter Porsche Arena.

Auch die Millionen-Abfindung für den gescheiterten Manager ist zahlreichen Aktionären ein Dorn im Auge. Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, der Wiedeking bereits während seiner Amtszeit treu gegen alle Angriffe seines Gegenspielers Ferdinand Piëch geschützt hatte, ergriff auch auf der Hauptversammlung Partei für Wiedeking. Der ehemalige Porsche-Lenker habe nach seinem Ausscheiden sogar auf Geld verzichtet, das ihm vertraglich zugestanden hätte, versicherte er.

Der neue starke Mann bei den Stuttgartern, VW-Chef Winterkorn, ließ die Kritik abperlen. Zwar räumte der Manager erneut ein: „Der bisherige Weg des Zusammenwachsens war nicht immer einig.“ Immer wieder beteuerte er aber auch, diese Phase liege nun hinter den Zentralen in Wolfsburg und Stuttgart. „Alle Beteiligten ziehen an einem Strang – und zwar in dieselbe Richtung.“

Der technikbegeisterte VW-Chef beschrieb detailreich die künftige Strategie des neuen Großkonzerns VW/Porsche: gemeinsame Plattformen weiterentwickeln, neue Modelle kreieren und damit auch die Position von Europas größtem Autobauer Volkswagen stärken. „Unser erklärter Anspruch ist es, der Innovationsmotor der Automobilindustrie zu sein“, sagte Winterkorn. „Gemeinsam haben wir mehr denn je das Zeug, zur Nummer eins der Automobilwelt aufzusteigen.“

Bernd Glebe und Stefanie Koller

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