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Weltweit Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen wird 65
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen wird 65
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09:19 25.08.2013
Jürgen Fitschen hat es aus einfachen Verhältnissen an die Spitze der Deutschen Bank geschafft. Quelle: dpa (Archiv)
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Frankfurt/Main

Bodenständig und bescheiden - so wird Jürgen Fitschen immer wieder beschrieben. Aus einfachen Verhältnissen hat es der gebürtige Niedersachse an die Spitze der Deutschen Bankgeschafft. Kaum einem anderen Top-Banker nimmt man eher ab, dass er es ernst meint mit einem „Kulturwandel“ in der Finanzwelt. Als Co-Chef der Deutschen Bank und Präsident des Bankenverbandes BdB ist Fitschen zum Sprachrohr der Branche geworden. Am 1. September feiert er im engsten Familienkreis seinen 65. Geburtstag.

Eigentlich sollte „der Jürgen“, wie Fitschen bis heute in seinem Heimatdorf Harsefeld-Hollenbeck bei Stade schlicht genannt wird, den väterlichen Bauernhof übernehmen. Stattdessen beackert er heute einen Weltkonzern mit Hauptsitz in der Bankenmetropole Frankfurt.

Märkte in Asien im Mittelpunkt

Geboren am 1. September 1948, fällt Fitschen schon in der Schule auf. „Dem Jürgen ist immer alles zugeflogen, er musste nicht einmal großartig büffeln dafür“, schilderte sein Zwillingsbruder Hans-Otto einmal der „Welt“. Ende der 1950er Jahre ist Jürgen Fitschen der einzige Schüler aus dem Dorf, der es aufs Gymnasium in Stade schafft. Nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann (1969-1971) studiert er in Hamburg Wirtschaftswissenschaften (1971-1975).

Bei der Citibank (1975-1986) lernt Fitschen die Finanzbranche erstmals aus der Nähe kennen, 1987 wechselt er zur Deutschen Bank. In den ersten Jahren dort entwickelt sich Asien für ihn zum Mittelpunkt: Der Manager knüpft für den deutschen Branchenprimus Kontakte zu Kunden in Thailand, Japan und Singapur.

Zeitweise ist der langjährige Firmenkundenchef der Deutschen Bank mitverantwortlich für das Investmentbanking, also den Bereich seines heutigen Partners an der Konzernspitze, Anshu Jain. In der Bank gilt Fitschen somit als idealer Brückenbauer zwischen klassischem Bankgeschäft und dem bisweilen riskanten Treiben am Kapitalmarkt.

Kritiker hielten ihn für einen „Grüßonkel“

Vor Fitschens Antritt an der Deutschen-Bank-Spitze im Juni 2012 unkten Kritiker, der sachlich-seriöse ältere Herr mit den akkurat gescheitelten grauen Haaren sei dem vom angelsächsischen Kapitalismus geprägten Jain nur als „Grüßonkel“ an die Seite gestellt worden, um die deutsche Volksseele zu beruhigen.

Doch das ungleiche Führungsduo ließ öffentlich von der ersten Minute keinen Zweifel daran, dass es an einem Strang zieht (Jain: „Das ist tatsächlich vergleichbar mit einer Ehe. Man muss viel einbringen, aber man hat auch gemeinsame Werte.“). Zudem setzt Fitschen eigene Akzente: Wer den Wertewandel der Bank nicht mitmache, solle halt gehen, betont der Manager immer wieder. Das Bemühen um neues Vertrauen ist für ihn kein Freibrief für Kritik an dem Dax-Schwergewicht. „Das bedeutet nicht, dass wir jedem nachgeben, der meint, die Bank an den Pranger stellen zu können“, erklärt er.

Nicht immer kamen Fitschens deutliche Worte gut an. Nach einer Steuerrazzia zwei Wochen vor Weihnachten 2012 beschwerte er sich telefonisch bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über die aus seiner Sicht „überzogene“ Aktion - und sah sich kurz darauf zu einer öffentlichen Entschuldigung genötigt. Fahnder hatten wegen Steuerermittlungen beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) auch die Deutsche-Bank-Zentrale durchsucht.

Abstand von alldem sucht der Vater von zwei erwachsenen Kindern, einst passionierter Tischtennisspieler, bis heute am Ort seiner Kindheit: Auf dem Grundstück seiner Eltern baute Jürgen Fitschen vor einiger Zeit ein Haus, als Anlaufpunkt für die Familie.

dpa

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