Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Rewe ordert nur noch deutsches Rind
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Rewe ordert nur noch deutsches Rind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 14.03.2013
Foto: Nach dem Pferdefleisch-Skandal zieht die Supermarkt-Kette nun Konsequenzen.
Nach dem Pferdefleisch-Skandal zieht die Supermarkt-Kette nun Konsequenzen. Quelle: dpa
Anzeige
Köln

„Jeden Tag ein bisschen besser.“ Jahrelang warb der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland, die Rewe-Kette, mit diesem Werbespruch um die Gunst der Konsumenten. Vor etwa einem halben Jahr wurde das Firmenmotto von einer neuen Kampagne abgelöst – aber eigentlich ist es heute aktueller denn je. Nach den Pferdefleischfunden in Fertiggerichten und dem jüngsten Skandal um angebliche Bio-Eier stehen große Lebensmittelhändler vor der Herausforderung, Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen.

Die Kölner Handelsgruppe Rewe will mit Rindfleisch aus Deutschland in den Fertiggerichten ihrer Eigenmarken wie „Rewe“, „Ja“ und „Penny“ die Hürden für Betrüger höher legen. In den kommenden Monaten werden rund 50 Fertiggerichte auf ausschließlich deutsches Rindfleisch umgestellt, weil die Nachverfolgbarkeit und Sicherheit nach Auffassung von Rewe dadurch besser ist.

Jeder dritte Verbraucher will künftig auf den Kauf fleischhaltiger Fertiggerichte wie der ins Gerede gekommenen Tiefkühl-Lasagne verzichten, wie eine GfK-Umfrage Ende Februar ergab. Die Rewe-Vorstände Manfred Esser und Jan Kunath können bereits einen spürbaren Nachfrageknick bei einzelnen Fertiggerichten bestätigen. Sogar Gemüse-Lasagne, die als eine Alternative stärker gefragt sein müsste, blieb häufig links liegen, schildert Penny-Chef Kunath.

Mehrere große Lebensmittelhändler kündigten als Reaktion auf Pferdefleischfunde verschärfte Kontrollen an. So hat der Edeka-Verbund die DNA-Tests bei Fleischprodukten auf Pferd erweitert. Lidl fordert von Herstellern, ihre Produkte systematisch auf Pferde-DNA zu prüfen.
„Die Eigenkontrollen des Handels sind von hoher Qualität und Sicherheit. Wir überprüfen aber derzeit, wie wir Betrügern und Kriminellen das Leben noch schwerer machen können“, erklärte in dieser Woche Franz-Martin Rausch, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL). Die Qualitätsprozesse sollen verbessert werden. Außerdem geht es um eine bessere Zusammenarbeit mit den Behörden bei Verdachtsfällen.

Bei Rewe gibt es aber neben der Aufarbeitung der jüngsten Skandale noch andere Themen. Aufgrund eines niedrigen Schuldenstandes sei Rewe sehr gut vorbereitet, um auch Akquisitionen zu tätigen, erklärte Rewe-Chef Alain Caparros am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Köln. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte das Kölner Einzelhandels- und Touristikunternehmen den Umsatz um 2,7 Prozent auf 49,7 Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber waren die selbstständigen Rewe-Einzelhändler in Deutschland mit einem Umsatzwachstum von 10,2 Prozent, wie Caparros sagte.

Auch im neuen Jahr sei das Unternehmen auf Wachstumskurs geblieben. Fortschritte sieht der Manager bei der tief in den roten Zahlen steckenden Discount-Tochter Penny. 2013 sei das entscheidende Jahr. Das operative Ergebnis vor Einmalbelastungen lag bei der Rewe-Gruppe mit 501 Millionen Euro um 35 Prozent über dem Vorjahreswert.

von Volker Danisch

Weltweit Chinas grauer Finanzmarkt - Banker warnen vor Kreditblase
14.03.2013
Stefan Winter 15.03.2013