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Weltweit Sachsens Arbeitgeberpräsident fordert, dass Westdeutsche länger arbeiten
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Sachsens Arbeitgeberpräsident fordert, dass Westdeutsche länger arbeiten
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18:51 11.06.2019
Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner fordert, dass westdeutsche Arbeitnehmer in der Metallindustrie länger arbeiten. Quelle: dpa
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Leipzig

Geht es nach Sachens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner, sollen Westdeutsche länger arbeiten. Statt einer Angleichung Ost an West fordert er, dass sich Westdeutschland am Osten orientiert – jedenfalls bei den Arbeitszeiten.

Von der Leipziger Volkszeitung gefragt, wie er zu der von der ostdeutschen IG Metall anvisierten 35-Stunden-Woche stehe, antwortete Brückner eindeutig: „Die 38-Stunden-Woche ist das richtige Ziel für ganz Deutschland“, sagte der Arbeitgeberpräsident. Eine solche „Angleichung West an Ost“ würde allen helfen, sowohl im internationalen Standortwettbewerb als „auch im innerdeutschen Einigungsprozess“.

Ost-Metaller arbeiten länger – bei gleichem Gehalt

Hintergrund ist der Streit um die Arbeitszeiten in der ostdeutschen Metallindustrie. Während in Westdeutschland schon 1995 die 35-Stunden-Woche tariflich festgeschrieben wurde, arbeiten Ost-Metaller nach ihrem Tarifvertrag etwa 38 Stunden in der Woche – bei gleichem Gehalt.

Die Gewerkschaften wollen das nun endlich angehen. „30 Jahre nach dem Mauerfall müssen die Arbeitszeitmauern in den Betrieben fallen“, bekräftigte der IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, nach einer Sitzung seiner Tarifkommission in Berlin.

Ob die Arbeitnehmervertreter mit ihrem Vorstoß Chancen haben, bleibt abzuwarten. Bisherige Streiks mit der gleichen Stoßrichtung scheiterten in der Vergangenheit. Bei den jetzigen Gesprächen gehe es aber nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie, heißt es seitens der Gewerkschaft.

Betriebsräte drohen mit Streik

Rückendeckung bekommen sie dabei von den Belegschaften: Die Betriebsräte von BMW, VW, Porsche und Siemens drohen bereits in einem gemeinsamen Schreiben: „Die IG Metall wird das Thema andernfalls Betrieb für Betrieb durchsetzen, wenn es nicht zu einer Lösung mit den Verbänden kommt.“

Dort, wo die IG Metall gut organisiert ist, könnte sie die 35-Stunden-Woche dann mit Protestaktionen durchsetzen. Dass sie dazu bereit sind, machen die Leipziger BMW-Mitarbeiter schon jetzt deutlich: Jeden Mittwoch stehen sie derzeit mit ihren roten Aktions-T-Shirts am Band. Aufschrift: „35 reicht!“

Im Westen kommt die 28-Stunden-Woche gut an

Derweil sind die westdeutschen Metaller schon weiter: In mehreren wichtigen Tarifkonflikten ging es in den vergangenen Jahren nicht nur um höhere Entgelte, sondern auch um mehr Freizeit. So setzte die IG Metall durch, dass die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie künftig die Wahl zwischen acht zusätzlichen freien Tagen oder einem höheren Gehalt haben.

In Anspruch nehmen können die Regelung Beschäftigte, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder langjährig im Schichtdienst arbeiten. Wer sich für mehr Geld entscheidet, bekommt ein Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent des Monatslohns.

Ersten Erhebungen zufolge wird das Modell angenommen: 190 000 Beschäftigte hätten sich einer Befragung zufolge für zusätzliche freie Tage entschieden, teilte die IG Metall kürzlich mit. Weitere 8000 hätten die neu geschaffene Möglichkeit genutzt, für begrenzte Zeit nur noch 28 Stunden wöchentlich zu arbeiten.

Von RND/lvz/hö

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