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Weltweit Polonaise im HCC
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Polonaise im HCC
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15:21 24.04.2014
Von Lars Ruzic
Die Spitzenmanager von Continental haben ihre Gehälter im vergangenen Jahr so kräftig gesteigert wie kaum ein anderer Dax-Vorstand. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Sie ziehen los, mit ganz großen Schritten. Die Spitzenmanager von Continental haben ihre Gehälter im vergangenen Jahr so kräftig gesteigert wie kaum ein anderer Dax-Vorstand. Die Zuwächse reichen von gut einem Fünftel bis zur Verdoppelung des Salärs. Und die Polonaise ist noch nicht beendet. Am Freitag sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Hannover Congress Centrum (HCC) über ein neues Vergütungssystem abstimmen, das im Kern auf eine weitere Erhöhung hinausläuft. Das hebt die Stimmung, ja da kommt Freude auf.

Nicht bei allen. Aktionärsschützer haben schon Widerstand angekündigt. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will die entsprechende Vorlage ablehnen. „Das jetzt zur Billigung vorgelegte System führt zu weiteren erheblichen Steigerungen“, lautet die Begründung der SdK. Dabei sei schon die bestehende Gehaltsarithmetik unausgegoren und „mitverantwortlich für die drastische Erhöhung der Vergütung für 2013 gegenüber 2012 um 73 Prozent“. Fast 22 Millionen Euro kostet die Aktionäre der inzwischen neunköpfige Konzernvorstand. Allein Vorstandschef Elmar Degenhart steigerte sein Salär 2013 um gut 38 Prozent auf mehr als 4 Millionen Euro.

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Für den von Linde-Chef Wolfgang Reitzle (Vorstandslohn 2013: 6,92 Millionen Euro) geführten Aufsichtsrat ist das nicht genug. Das Gremium hatte einen unabhängigen Berater beauftragt, die Lohntüten der Topmanager zu prüfen. Ergebnis: „Die Zielvergütung der Mitglieder des Vorstands, d. h. fixe und variable Vergütung ohne Altersversorgung, lag deutlich unter der marktüblichen Vergütung“, heißt es im Geschäftsbericht. Mit anderen Worten: Im Vergleich zu anderen Dax-Vorständen verdient die Conti-Spitze zu wenig.

Und tatsächlich: Jüngst hat eine Unternehmensberatung errechnet, dass die Dax-Vorstandschefs 2013 im Schnitt gut 5 Millionen Euro bekamen, die Bandbreite reicht dabei von 1,3 (Commerzbank-Chef Martin Blessing) bis 13 Millionen Euro (VW-Chef Martin Winterkorn). Allerdings: Hier gab es in Durchschnitt zuletzt sogar Gehaltsrückgänge. Dass Conti hier aus der Reihe tanzt, liegt vor allem an der überraschend soliden Geschäftsentwicklung in einem schwierigen Autojahr, dem rasanten Anstieg des Aktienkurses und nicht zuletzt daran, dass die Chefs ihre ganz persönlichen Zielvorgaben (über-) erfüllten.

Das alles hat Auswirkungen auf die variable Vergütung. Sie soll künftig noch ausgebaut werden, indem ein weiterer Bonus hinzukommt. Der Long Term Incentive soll die Nachhaltigkeit des Management-Wirkens betonen. Damit die Chefs nicht allzu sehr vom eigenen Tun abhängig werden, steigt aber gleichzeitig auch die Festvergütung – und zwar „auf marktübliche Höhen“. Was das sein soll, behält der Konzern vorerst für sich.  Immerhin: Die Obergrenze hat Conti-Chef Elmar Degenhart schon einmal selbst formuliert. „In dem Moment, in dem Zahlen zweistellig werden, hört jede Akzeptanz in der Bevölkerung auf.“ Da ist ja noch etwas Luft.

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