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Weltweit Schlecker kündigt 10.000 Beschäftigten
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Schlecker kündigt 10.000 Beschäftigten
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18:11 29.03.2012
Foto: Die Auffanglösung für die Schlecker-Beschäftigten ist erstmal gescheitert. Die FDP in Bayern sperrt sich dagegen.
Die Auffanglösung für die Schlecker-Beschäftigten ist erstmal gescheitert. Die FDP in Bayern sperrt sich dagegen. Quelle: dpa
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Berlin

Der Insolvenzverwalter der Drogeriekette verschickte am Donnerstag bundesweit rund 10.000 Kündigungen. Zuvor waren Verhandlungen über eine staatlich finanzierte Transfergesellschaft am Widerstand der FDP gescheitert.

Darin hätten die Beschäftigten für ein halbes Jahr weiter ihr Geld bekommen, wären qualifiziert und möglichst weitervermittelt worden. Für den notwendigen 70-Millionen-Euro-Kredit der bundeseigenen Förderbank KfW hätten jedoch die Bundesländer bürgen müssen. Die Liberalen verweisen jedoch darauf, dass es im Einzelhandel viele freie Arbeitsplätze gebe.

Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) will die gekündigten Schlecker-Beschäftigten möglichst rasch wieder in Lohn und Brot bringen. Sie kündigte intensive Bemühungen gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit an. Der Berliner Arbeitsmarkt biete derzeit gute Chancen, teilte Kolat der Nachrichtenagentur dpa mit.

„An andere Drogeriemarktketten appelliere ich, jetzt möglichst viele bisherige Schlecker-Beschäftigte in Beschäftigungsverhältnisse zu übernehmen.“ Sie bedauere sehr, dass keine Transfergesellschaft für die Beschäftigten von Schlecker zustande gekommen ist“, sagte Kolat. Sie nannte das Verhalten der Liberalen und Bayerns unverantwortlich. Der Freistaat hatte die Gespräche letztlich zum Scheitern gebracht.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, äußerte sich indes optimistisch, dass die Schlecker-Gekündigten in der Hauptstadt nicht um ihre Zukunft bangen müssten. „Ich bin überzeugt, dass die Chancen für die Beschäftigten groß sind, auf dem Arbeitsmarkt ganz normal eine neue Stelle zu finden.“ Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) sagte, auch IHK und Handwerkskammer hätten signalisiert, bei der Suche nach Arbeitsplätzen zu helfen.

Berlin hatte bis zuletzt bekundet, sich an einer Bürgschaft zu beteiligen. Entsprechend den verbleibenden Arbeitsplätzen hätte der Berliner Anteil bei 1,806 Millionen Euro gelegen. „Mit unserer Beteiligung an der Bürgschaft wollen wir dazu beitragen, die Arbeitsmarktchancen der betroffenen Schlecker-Beschäftigten zu erhöhen“, hatte die Wirtschaftssenatorin noch am Morgen mitgeteilt.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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