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Weltweit Schwierige Zeiten für Automatenbetrüger
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Schwierige Zeiten für Automatenbetrüger
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08:29 23.07.2014
Die moderne Technik macht es Gaunern immer schwerer, durch Manipulation von Geldautomaten Schaden anzurichten.  Quelle: Uli Deck
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Frankfurt

Frankfurt. Die Zahl der Betrugsfälle an Geldautomaten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2014 auf ein Rekordtief gesunken. Nach Informationen aus der Bankbranche manipulierten Kriminelle bundesweit 84 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Von Januar bis Ende Juni 2013 waren es noch 251. Der Schaden durch solche „Skimming“-Angriffe an Geldautomaten summierte sich im ersten Halbjahr des laufenden Jahres auf nur noch rund 1,4 Millionen Euro. Er lag damit um fast 84 Prozent unter den knapp 8,4 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Im Gesamtjahr 2013 hatten „Skimming“-Fälle in Deutschland einen Schaden von 11,3 Millionen Euro verursacht.

Die deutsche Kreditwirtschaft erklärt den anhaltenden Trend zu rückläufigen Zahlen vor allem mit Investitionen in sicherere Verfahren: Wegen der EMV-Chiptechnik könnten gestohlene Kartendaten in immer weniger Ländern weltweit missbräuchlich eingesetzt werden. EMV-Karten haben eine Art eingebauten Minicomputer. Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl an Geld­automaten als auch an den Bezahlterminals im Handel. In Deutschland werden seit Ende des Jahres 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, zudem bekommen alle knapp 60 000 Geldautomaten sowie 720 000 Terminals im Handel die entsprechende Lesetechnik.

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„Die Investitionen der Banken in Sicherheitstechnik zahlen sich aus“, bilanzierte Margit Schneider von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um die Sicherheit von Zahlungskarten kümmert. Das teure Engagement kommt nicht von ungefähr: „Skimming“-Schäden übernehmen in der Regel die Banken.

Der englische Begriff „Skimming“ bedeutet „abschöpfen“ oder „absahnen“ und steht für eine Methode, bei der illegal Daten von Bankkarten ausgespäht werden. Dazu manipulieren Kriminelle den Schlitz am Geldautomaten - oder sie versuchen, über gefälschte Türöffner an die Daten auf den Karten zu gelangen. Die Eingabe der Geheimnummer (PIN) wird mit Minikameras gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert. Mit den geklauten Daten erstellen die Täter eine Kartendublette. Diese versuchen Kriminelle dann in solchen Ländern zum Geldabheben oder Einkaufen zu nutzen, die noch auf die veraltete Technologie von Plastikkarten mit Magnetstreifen setzen.

Umsätze mit gefälschten Karten (Kartendubletten) wurden im ersten Halbjahr vor allem in Brasilien (gut 27 Prozent), Sri Lanka (13 Prozent), Indonesien (gut 10 Prozent), Indien (gut 9 Prozent) und den USA (rund 8 Prozent) festgestellt.

Von Jörn Bender

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