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Weltweit Tipps für Verbraucher: Im Alltag CO2 vermeiden
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Tipps für Verbraucher: Im Alltag CO2 vermeiden
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13:03 01.03.2019
Eins der Plakate bei „Fridays for future. Quelle: imago/7aktuell
Hannover

Einen Freitag nach dem anderen bestreiken derzeit Schüler den Unterricht – und gehen stattdessen auf die Straße. Ihr Anliegen bei den „Fridays for future“: der Kampf gegen den Klimawandel, gegen den aus Sicht des Nachwuchses und vieler Experten zu wenig unternommen wird. Doch während es den Schülern vor allem um die große Politik geht, können Verbraucher auch schon jetzt tätig werden.

Der Klimawandel wird maßgeblich durch das Treibhausgas CO2 und ähnliche Stoffe – sogenannte CO2-Äquivalente – angetrieben. Die kommen zwar ohnehin in der Atmosphäre vor, doch die Lebensweise der Menschen treibt den Ausstoß in die Höhe und damit den Klimawandel an. Der Konsum eines durchschnittlichen Verbrauchers verursacht dem Umweltbundesamt zufolge etwa elf Tonnen CO2. Gut Verträglich für das Klima wäre nur eine Tonne, sagt Stefan Bilharz vom Umweltbundesamt.

 

Das Eine-Tonne-Ziel visiert das Umweltbundesamt für das Jahr 2050 an, denn dafür sind tief greifende Strukturveränderungen in der gesamten Wirtschaft nötig. Schon jetzt möglich sei allerdings eine Reduzierung des individuellen CO2-Ausstoßes auf fünf Tonnen, sagt Bilharz. Voraussetzung dafür ist ihm zufolge, dass Verbraucher die Hebel betätigen, die eine große Auswirkung haben. Bilharz und das Umweltbundesamt haben dabei vor allem die Bereiche Mobilität und Wohnen im Blick.

 

 

Wer ein energiesparendes Gerät anschafft, spart automatisch Energie und CO2, ohne sich ständig damit befassen zu müssen“, sagt Stefan Bilharz, Konsumexperte beim Umweltbundesamt. Haben alle Haushaltsgeräte die Energieeffizienzklasse A+, spart das etwa ein Viertel der Emissionen durch den Stromverbrauch. Wer komplett auf Ökostrom umsteigt, kann dem CO2-Rechner des Amts zufolge bis zu einer Tonne des Treibhausgases einsparen.

 

 

Selbst in einem gut gedämmten Haus kann das Heizen mit einer 40 Jahre alten Heizung dem Umweltbundesamt zufolge bis zu 3,5 Tonnen CO2-Ausstoß mit sich bringen. Eine neuere Heizung kann demnach etwa ein Drittel einsparen. Wer auf Solarthermie umsteigt, kommt auf 80 Prozent Einsparung. Allerdings gilt laut Bilharz bei Modernisierungsvorhaben: „Eine effiziente Vorgehensweise ist immer vom Einzelfall abhängig.“ Er empfiehlt, eine Energieberatung zu kontaktieren. Die könne auch die Dämmung des Hauses beurteilen und kenne sich mit Fördergeldern aus.

 

 

Ein Auto, das 8,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht, stößt nach Angaben des Umweltbundesamts bei 15 000 gefahrenen Kilometern im Jahr etwa 3,3 Tonnen CO2 aus. Mobilität ist mit 23 Prozent der zweitgrößte CO2-Verursacher im Alltag. Bilharz rät deshalb zum Umstieg auf das Fahrrad – vor allem bei Strecken unter zehn Kilometern. Auch Carsharing lohnt sich: Das führe zu weniger gefahrenen Kilometern, weil beim Carsharing die realen Kosten transparenter seien als beim eigenen Auto, sagt Bilharz.

 

 

„Fliegen ist die effizienteste Art, CO2 in die Umwelt zu blasen“, sagt Bilharz. Die Zahlen des Umweltbundesamts untermauern das: Acht Stunden Flug – also etwa ein Trip auf die Kanaren und zurück – bringen 1,4 Tonnen Ausstoß von CO2 und ähnlichen Treibhausgasen mit sich. Bilharz rät deshalb zum Urlaub in Deutschland und zu Fernreisen mit dem Zug.

Wer nicht auf Flugreisen oder Autofahrten verzichten kann oder will, kann seinen CO2-Ausstoß über Kompensationsdienstleister ausgleichen. Für einen Flug auf die Kanaren werden etwa beim Ökotest-Sieger Atmosfair rund 34 Euro fällig, mit denen der Anbieter beispielsweise Investitionen in Windenergie in Entwicklungsländern bezuschusst, was den globalen CO2-Ausstoß reduziert. Experte Bilharz sagt: „Das funktioniert, da kann man sich ziemlich sicher sein, dass das Geld dahin fließt, wo es hin soll.“ Ein Vorteil für Steuerzahler: Die Spenden an Kompensationsdienstleister können abgesetzt werden.

 

 

Wer seinen CO2-Ausstoß reduzieren will, kann auch bei der Ernährung ansetzen. Den größten Unterschied würde ein (teilweiser) Verzicht auf Fleisch machen. Nach der Devise Grünkohl statt Avocado schonen auch heimische Produkte die Umwelt, ebenso wie Erdbeeren im tiefsten Winter eine eher miese Klimabilanz haben - schließlich werden sie dann oft von anderen Kontinenten importiert und haben dementsprechend lange Transportwege hinter sich.

Auch im beruflichen Umfeld gibt es Sparpotenziale

CO2-Einsparungen sind auch im beruflichen Umfeld möglich. „Da habe ich die Möglichkeit, mit einer Maßnahme gleich für Hunderte Leute CO2 zu sparen, da ist man ruckzuck im Tonnenbereich“, sagt Bilharz über kleine Maßnahmen wie energiesparende Beleuchtung im Büro. Außerdem rät er zur Interessierten Unterstützung von Umweltverbänden oder Lobbygruppen. Schließlich seien die Verbraucher nicht nur Konsumenten, sondern auch Bürger, die Politik mitgestalten können.

Die genannten Zahlen fußen auf dem CO2 -Rechner des Umweltbundesamts. Ihren eigenen CO2–Ausstoß können sie hier berechnen.

Von Christoph Höland

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