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Weltweit So will Russlands Super-Supermarkt Lidl und Aldi angreifen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit So will Russlands Super-Supermarkt Lidl und Aldi angreifen
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11:16 28.01.2019
Nur die Ware fehlt noch im neuen russischen Supermarkt in Leipzig. Quelle: Frank Johannsen
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Leipzig

Die erste Filiale in Leipzig ist noch gar nicht eröffnet, da plant der russische Discounter Torgservis bereits den nächsten Standort in Deutschland: In Zwickau soll der zweite Markt der neuen Kette entstehen. Im Internet sucht die deutsche Torgservis-Tochter TS-Markt bereits nach einem Filialleiter für den Standort. Damit würde auch der zweite Markt der Kette, die unter dem Namen „Mere“ ganz Ostdeutschland erobern soll, in Sachsen entstehen.

Das Unternehmen wollte den Standort in Zwickau auf Anfrage noch nicht bestätigen. In Leipzig dagegen soll der erste Standort noch in diesem Monat starten. Die Eröffnung sei Ende Januar geplant, sagte ein TS-Markt-Mitarbeiter in Berlin. Angepeilter Termin ist nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) der 29. Januar.

Ausbau in Leipzig fast abgeschlossen

In dem ehemaligen Aldi-Markt im Einkaufszentrum „Treff Portitz“ ganz im Norden von Leipzig sind die Umbauarbeiten bereits fast abgeschlossen: Rechts und links an den Wänden stehen hohe Regale, ganz hinten im Raum die Kühltheke, vorne drei Kassen – die offenbar bereits funktionstüchtig sind. In der Mitte des 960 Quadratmeter großen Raums stehen schon die Wühltische für die künftigen Aktionsangebote. Auf sechs Euro-Paletten warten hinten bereits die ersten Waren.

Paletten sind Trumpf im neuen Supermarkt. Quelle: Frank Johannsen

Viel mehr dürfte auch nicht mehr eingebaut werden. In Rumänien, wo Torgservis bereits im vergangenen Jahr zwei Filialen unter dem Namen „Mere“ eröffnet hat, sehen die schon in Betrieb befindlichen Läden fast genauso aus, wie der noch unfertige Laden in Leipzig. Verkauft wird direkt von der Palette, auf Regale wird weitgehend verzichtet. Nur rechts und links an den Wänden stehen auch dort hohe Regale – auf denen ebenfalls Paletten mit Waren stehen.

Russischer Discounter sucht noch Mitarbeiter

Bis zu zehn Mitarbeiter soll der neue Laden in Leipzig-Portitz haben – zusätzlich zum Filialleiter, der seit Ende vergangenen Jahres an Bord ist. Ansonsten ist das Team aber offenbar noch nicht komplett: Per Aushang im Schaufenster werden noch Verkäufer gesucht. Mehr Hinweise auf den künftigen Betreiber gibt es am neuen Laden aber noch nicht.

Verkauft werden sollen vor allem Lebensmittel im unteren Preissegment. Das werde 70 Prozent des Sortiments ausmachen. Der Rest des Sortiments soll demnach auf Tierbedarf, Haushaltswaren, Drogerieartikel und Bekleidung entfallen. Das Konzept ist radikal auf billig getrimmt: In der rumänischen Hauptstadt Bukarest hatte „Mere“ zur Eröffnung die dortigen Discounter bei Kaffee, Salz, Milch, Wurst und Nudeln um 20 Prozent unterboten. Und auch in Deutschland verspricht der Betreiber TS-Markt „gute Waren für wenig Geld“ und „jeden Tag nur Tiefstpreise“.

Zwickauer Rathaus wollte Pläne ablehnen

Auch der zweite Laden in Zwickau soll laut Stellenausschreibung bis zu zehn Mitarbeiter haben. Bereits im Herbst hatte der Betreiber im dortigen Rathaus angefragt – und sich zunächst eine Abfuhr geholt, wie die „Freie Presse“ im November berichtete. Die Stadt sorgte sich um die Existenz der bestehenden Einzelhändler. Jetzt wurde offenbar doch noch eine Lösung gefunden.

Von Sachsen aus will Torgservis dann ganz Ostdeutschland aufmischen – und Aldi, Lidl & Co. angreifen. Mehr als 100 Standorte sollen es werden. Gesucht werden Läden in ganz Ostdeutschland – aber nur in Städten ab 80.000 Einwohnern. Neben Leipzig und Zwickau kämen in Sachsen damit nur noch Dresden und Chemnitz in Betracht, in Thüringen Erfurt, Gera und Jena, in Sachsen-Anhalt Halle, Magdeburg und Dessau. Hinzu kämen in den anderen östlichen Bundesländern Potsdam, Cottbus, Rostock, Schwerin – und natürlich Berlin, wo die neugegründete TS-Markt GmbH ihre Zentrale hat. Danach sollen auch die alten Bundesländer folgen, hieß es bei der Firma.

Tierfutterhersteller geht gegen Namen vor

Überschattet werden die Pläne aber von neuem Streit um den Namen der Kette. Schon die erste Namenswahl „Centwelt“, wie die Läden eigentlich heißen sollten, war am Widerstand eines ähnlich klingenden Händlers gescheitert: Der Familiendiscounter „Centiniwelt“ mit drei Läden in Rheinland-Pfalz und Südhessen hatte wegen drohender Verwechslungsgefahr protestiert, berichtete die „Lebensmittel-Zeitung“.

Und auch beim neuen Namen „Mere“ (rumänisch für Apfel), den TS-Markt dann von der Schwesterkette in Rumänien übernahm, gibt es dem Blatt zufolge nun Ärger: Der Tiernahrungshersteller Mera aus Nordrhein-Westfalen legte beim EU-Markenamt Beschwerde ein – ebenfalls wegen drohender Verwechslungsgefahr. In Russland selbst heißen die Läden des Mutterkonzerns „Svetofor“ (Ampel) und „Mayak“ (Leuchtturm).

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Von Frank Johannsen/RND