Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Sechs Conti-Standorte vor dem Aus – 3000 Jobs weg
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Sechs Conti-Standorte vor dem Aus – 3000 Jobs weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:55 25.09.2019
Hat drastisches Sparprogramm angekündigt: Der hannoversche Autozulieferer Continental mit seinem Chef Elmar Degenhart. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Anzeige
Hannover

Der hannoversche Autozulieferer Continental steht vor einem umfassenden Umbau. Der Konzern will sich bis 2029 verstärkt auf Wachstumsbereiche wie Elektromobilität und automatisiertes Fahren ausrichten, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. „Wir gehen die Krise in der Autoindustrie offensiv an und werden wie vor zehn Jahren aus ihr ein weiteres Mal gestärkt hervorgehen“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrates in Hannover.

20.000 Jobs sind „von Veränderungen betroffen“

Im ersten Schritt stellt Conti sechs Standorte zur Disposition – damit könnten knapp 3000 Stellen wegfallen. Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE wollen das nicht hinnehmen.

Von den insgesamt 244.000 Arbeitsplätzen im Konzern seien 20.000 „von Veränderungen betroffen“, hieß es. In Deutschland handele es sich um 7000 von 62.000 Stellen. Es gehe dabei nicht vorrangig um einen Stellenabbau oder Kündigungen, sagte ein Konzernsprecher. Ziel sei es, so vielen betroffenen Mitarbeitern wie möglich auf dem konzerninternen Arbeitsmarkt neue Beschäftigungen anzubieten.

Dabei wird es jedoch nicht bleiben: In Deutschland könnten die Werke im bayerischen Roding und im sächsischen Limbach-Oberfrohna vor dem Aus stehen, darüber hinaus will Conti Standorte in Italien, Malaysia und in den USA schließen. Von 2023 an sollen die Kosten im Konzern jährlich um 500 Millionen Euro sinken. Ob das Sparprogramm auch Auswirkungen auf den Standort Hannover hat, ist bisher völlig unklar.

Konzern steht vor doppelter Herausforderung

Wegen der schwachen Autokonjunktur hatte der Konzern bereits Anfang August ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Man werde mit „Standorten konsequenter umgehen als in den letzten Jahren, als wir es uns vielleicht leisten konnten, den einen oder anderen mit durchzufüttern“, erklärte Degenhart kürzlich. „Betriebsbedingte Kündigungen werden für uns das allerletzte Mittel der Wahl sein“, ergänzte er an diesem Mittwoch. Man könne sie aber nicht ausschließen.

Continental steht vor einer doppelten Herausforderung: Wegen der Krise in der Autoindustrie brechen aktuell die Aufträge weg – gleichzeitig muss sich der Konzern auf die Mobilität der Zukunft vorbereiten. Nach mehreren Gewinnwarnungen und schlechten Quartalsergebnissen hat sich der Aktienkurs zuletzt mehr als halbiert. „Unser Strukturprogramm ist auf schnelle Wirkung angelegt“, sagte Degenhart. „Die konsequente Umsetzung wird uns bis an die Leistungsgrenze fordern und manchmal wahrscheinlich darüber hinaus.“

Gewerkschaften kündigen Widerstand an

Bei den Gewerkschaftern stoßen die Pläne der Konzernführung auf Widerstand. „Den vom Vorstand geplanten gravierenden Stellenabbau werden wir nicht akzeptieren“, sagte die stellvertretende Aufsichtsratchefin und Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hätten einer Schließung von Standorten in Deutschland nicht zugestimmt, sondern lediglich einer „ergebnisoffenen Prüfung“. Statt „reflexhaft auf Entlassungen zu setzen“, müsse Conti die Möglichkeiten des internen Arbeitsmarktes aktiv nutzen, sagte IG-BCE-Vorstandsmitglied Franceco Grioli: „Beschäftigte mit Kompetenzen auf dem Gebiet der Verbrennertechnik müssen für die Elektromobilität umqualifiziert werden.“

Lesen Sie mehr:

Kommentar: Alle Seiten stehen blamiert da

„Es hilft nicht mehr, die Dinge schönzureden“: Conti-Chef Elmar Degenhart über die Krise seiner Branche

Continental will Antriebssparte Powertrain in jedem Fall abspalten

Neue Conti-Zentrale am Pferdeturm: So geht es auf Hannovers größter Baustelle voran

Von Jens Heitmann

Einer Studie zufolge zahlen Studenten immer mehr für ihre Wohnung. Das trifft die jungen Leute besonders hart, denn ihre Einkommen stiegen zuletzt nicht, wie Forscher nun errechnet haben.

25.09.2019

So einen Börsengang hat Deutschland seit dem Platzen der Dot-Com-Blase nicht erlebt: Das Softwareunternehmen Teamviewer hat bei seinem Börsendebüt am Vormittag etwa 2,2 Milliarden Euro eingenommen.

25.09.2019

“Berlin kann von Peking lernen”, heißt es. Pünktlich zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik ist der neue, gigantische Flughafen in Chinas Hauptstadt fertig. Ein Symbol für Chinas Leistungsfähigkeit.

25.09.2019