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Weltweit Stadtwerke schalten erstes Kraftwerk ab
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Stadtwerke schalten erstes Kraftwerk ab
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15:37 14.08.2013
Von Jens Heitmann
Im Kraftwerk Herrenhausen drehen sich bald keine Turbinen mehr. Quelle: dpa
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Hannover

Die Energiewende bringt nun auch die Stadtwerke Hannover in Bedrängnis. Wegen der sinkenden Preise an der Strombörse will das Unternehmen sein Gaskraftwerk in Herrenhausen stilllegen – auf mittlere Sicht sieht Vorstandschef Michael Feist auch den Kohlemeiler in Mehrum bedroht: „Es ist nicht mehr viel Luft nach unten.“ Bereits im kommenden oder im übernächsten Jahr könnte das gemeinsam mit den Stadtwerken Braunschweig betriebene Kraftwerk bei Peine in die roten Zahlen rutschen, sagte Feist in Hannover.

Am Standort Herrenhausen wird seit mehr als 100 Jahren Strom produziert. Erhalten ist bis heute der mit Gas betriebene „Block B“, der Strom und Fernwärme erzeugt. Zuletzt habe das Kraftwerk jedoch weniger als 100 Betriebsstunden im Jahr erreicht, sagte Technik-Vorstand Harald Noske. „Mit so einem Block kommen wir nicht mehr in die Wirtschaftlichkeit.“ Die Stadtwerke wollen deshalb bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung beantragen und das Kraftwerk bis spätestens Frühjahr 2016 abschalten. Die betroffenen 21 Mitarbeiter will man nach Möglichkeit auf andere Standorte verteilen.

Wie andere Versorger leiden die Stadtwerke darunter, dass immer mehr Ökostrom ins Netz drängt. Vor der Energiewende haben Steinkohle- und Gaskraftwerke ihr Geld vor allem in der Mittagszeit verdient, wenn der Strombedarf in die Höhe schnellt. Zu dieser Zeit erreicht jedoch auch die Sonne ihren Scheitelpunkt – und damit die Strommenge, die Photovoltaikanlagen erzeugen. Bis 2009 hätten konventionelle Kraftwerke noch gutes Geld verdient, sagte Noske. Seither haben sich die Großhandelspreise auf 47 Euro je Megawattstunde nahezu halbiert – Tendenz weiter fallend.

Der „Block B“ in Herrenhausen lässt sich nach Angaben der Stadtwerke erst ab einem Preis von 86 Euro je Megawattstunde wirtschaftlich betreiben, das Gas- und Dampf-Kombikraftwerk in Linden ab 62 Euro und der Meiler in Mehrum ab 33 Euro. Das spiegelt sich in der Nutzungsdauer wider: Während das Kohlekraftwerk noch an die 4000 Stunden Strom im Jahr liefert, ist Linden nur halb so lange am Netz – und ausschließlich im Winter. „Seit Mitte April war Linden keine Stunde marktfähig“, sagte Noske. Im Sommer steht das erst jüngst für rund 150 Millionen Euro runderneuerte Kraftwerk still.
Sollte der Ausbau von Wind- und Solaranlagen anhalten, sehen die Stadtwerke auch Mehrum in Gefahr. Der Versorger hatte seine Beteiligung an der 700-Megawatt-Anlage erst 2010 aufgestockt, als man e.on dessen 50-Prozent-Anteil abkaufte. In der Bilanz 2012 wurde das Paket bereits um 20 Millionen Euro wertberichtigt – bei einem Kaufpreis „im niedrigen dreistelligen Millionenbereich“. Vorstandschef Feist sieht bereits einen weiteren Wertberichtigungsbedarf von 10 bis 20 Millionen Euro zum Ende dieses Jahres.

Clevergy wird verkauft

Die Stadtwerke trennen sich von ihrer 2008 gegründeten Discountmarke. Clevergy sollte bis 2015 rund 350  000 Kunden anlocken und 2013 die Gewinnschwelle erreichen. Zur Zeit werden knapp 23 000 Abnehmer beliefert, der Umsatz erreicht knapp 16 Millionen Euro. Das Engagement habe die Stadtwerke „einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ gekostet, sagte Feist. Käufer ist dem Vernehmen nach der Hamburger Versorger Lichtblick.

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