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Weltweit Stiftung Warentest kritisiert Dispo-Abzocke
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Stiftung Warentest kritisiert Dispo-Abzocke
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13:50 20.08.2013
Der Dispozins-Vergleich zeigt große Unterschiede: Der günstigste Anbieter verlangte für den Dispo 4,2 Prozent. Der Durchschnitt lag bei 11,31 Prozent. Quelle: Symbolbild / dpa
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Berlin

Wer sein Girokonto überzieht, zahlt bis zu 14,75 Prozent Zinsen, ergab ein Vergleich für die Zeitschrift "Finanztest". Besonders Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken im ländlichen Raum nutzten ihre Monopolstellung aus und schröpften die Kunden, kritisierte Stiftungsvorstand Hubertus Primus am Dienstag in Berlin. "Die größten Abzocker sind ausgerechnet die Kleinsten."

Die Tester verglichen die Konditionen von 1538 Banken und stießen auf große Unterschiede. Der günstigste Anbieter verlangte für den Dispo 4,2 Prozent. Der Durchschnitt lag bei 11,31 Prozent. Die Stiftung hält Dispozinsen von deutlich unter 10 Prozent für angebracht. "Es gibt kaum Verbraucher, die den Dispo nicht zurückzahlen", sagte Primus, die Ausfallquote liege bei 0,2 Prozent. Nach der Untersuchung lässt auch die Transparenz der Banken zu wünschen übrig.

Nur gut ein Viertel antwortete der Stiftung, bei den meisten Geldhäusern mussten die Tester persönlich erscheinen, um nachzufragen - und bekamen selbst dann nicht immer Antwort. In vielen Fällen habe es keinen Preisaushang in der Filiale oder auf der Website gegeben, kritisierte Primus. "Die Banken haben den Verbraucher als billige Geldquelle entdeckt." Denn sie bekämen das Geld viel billiger. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank hat aktuell ein Rekordtief von 0,5 Prozent erreicht. Untereinander liehen sich die Banken das Geld für 0,22 Prozent.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte im Wahlkampf eine Obergrenze für Dispozinsen von acht Prozentpunkten über dem Leitzins gefordert, die Linkspartei verlangte sogar einen Abstand von höchstens fünf Punkten. Primus sagte, vor solchen Forderungen schützten sich Banken nur, wenn sie ihre Zinsen offen legen. Eine Obergrenze sei nicht nötig, wohl aber die gesetzliche Verpflichtung, die Konditionen im Internet offen zu legen. Die Banken, die dies in den vergangenen Jahren machten, hätten seit der letzten Untersuchung 2012 auch die Zinsen gesenkt.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte erst kürzlich ein Vergleichsportal mit den Gebühren aller Banken angeregt. Betreiber könnten die Verbraucherzentralen oder die Stiftung Warentest sein.

dpa

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