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Weltweit Die neuen Leitungen reichen nicht: Strom wird noch teurer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Die neuen Leitungen reichen nicht: Strom wird noch teurer
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20:28 04.02.2019
Eine Stromtrasse ist in der Nähe von Zeil am Main zu sehen. Quelle: dpa
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Hannover

Stromkunden in Deutschland müssen sich auf zusätzliche Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe einstellen. Die Betreiber des Höchstspannungsnetzes, das den Strom über weite Entfernungen transportiert, halten den Bau weiterer Leitungen für nötig. In ihnen soll Ökostrom von den Windparks im Norden zu den Verbrauchern im Süden Deutschlands fließen. Dadurch könnten sich die Kosten für den Netzausbau an Land bis 2030 von 32  auf 52 Milliarden Euro erhöhen, heißt es im neuen Netzentwicklungsplan, der am Montag von den Betreibern vorgestellt wurde.

Die Bundesregierung will, dass in elf Jahren 65 Prozent des Stromverbrauches aus erneuerbaren Energien kommen. Dafür reichen die bisher geplanten und noch im Bau befindlichen Leitungen auf drei Trassen nicht aus, zu denen auch der sogenannte Südlink quer durch Niedersachsen gehört. Deren Fertigstellung wurde inzwischen um drei Jahre auf 2025 verschoben – aber auch diesen Termin ziehen die vier Übertragungsnetzbetreiber 50  Hertz, Amprion, Tennet und Transnet  BW nun in Zweifel. Auch die Transportkapazität von acht Gigawatt sei unzureichend, heißt es.

Zwei weitere Trassen erforderlich?

Der Ausbau der erneuerbaren Energien „bei gleichzeitiger deutlicher Reduktion der Kohleverstromung“ mache den Bau von zwei weiteren Gleichstromverbindungen mit einer Kapazität von vier Gigawatt unumgänglich, um den Ökostrom auf einer Länge von knapp 1200 Kilometern von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg zu transportieren, meinen die Netzbetreiber. Zudem sollten neben der bereits geplanten Trasse von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern Leerrohre verlegt werden, um die Kapazität später erhöhen zu können.

Zudem plädieren die Netzbetreiber für neue Leitungen zu den Windparks vor den Küsten – je nach Szenario kommen damit auf die Verbraucher noch einmal Kosten zwischen 18 und 24 Milliarden Euro zu. Insgesamt könnten sich die Ausgaben bis 2030 auf 70 bis 76 Milliarden addieren.

Kosten geben die Konzerne weiter

Diese Kosten geben 50  Hertz, Amprion, Tennet und Transnet  BW an die Verbraucher weiter. Der Anteil der sogenannten Netzentgelte am Strompreis macht aktuell etwa ein Viertel der Rechnung aus, rund 54 Prozent entfallen auf Steuern, Abgaben und Umlagen – das verbleibende Fünftel betrifft die Strombeschaffung und den Vertrieb.

Die Forderungen der Netzbetreiber machen die Wirtschaft nervös. „Nach den Empfehlungen der Kohlekommision kommt jetzt der zweite Hammer“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Das treffe die energieintensive Industrie und generell alle Verbraucher. Müller forderte die Regierenden in Bund und Ländern auf, die Zukunft der Energieversorgung noch einmal „unabhängig von der jeweiligen Quelle“ zu diskutieren. Alle Beteiligten gehörten an einen Tisch – von Berlin bis zu den Rathäusern vor Ort.

Von Jens Heitmann

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