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Weltweit Kommentar: Sonderangebote sind kein Menschenrecht
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Kommentar: Sonderangebote sind kein Menschenrecht
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19:22 19.02.2020
Blick in einen Real-Markt: Der Handelskonzern Metro hat nach monatelangem Tauziehen endlich den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real unter Dach und Fach gebracht. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
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Hannover

Die Zerschlagung der Supermarktkette Real geht erstaunlich geräuschlos über die Bühne. Obwohl der Betriebsrat den Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen für wahrscheinlich hält, gibt es weder Aufrufe zu Protestdemonstrationen, noch die sonst üblichen Solidaritätsadressen vonseiten der Gewerkschaften und der Politik. Dass die Beschäftigten nach der langen Agonie des Unternehmens resigniert haben, ist noch am ehesten zu verstehen. Das Desinteresse der Öffentlichkeit hingegen zeigt einmal mehr, dass Teilzeitkräfte und Minijobber im Einzelhandel keine Lobby haben.

Noch fühlen sich die Verbraucher auf der sicheren Seite: Obwohl die Konzentration im Handel weit fortgeschritten ist, hat das die Schnäppchenjagd bisher nicht behindert. Solange Edeka und Rewe mit den beiden Discountern Aldi und Lidl konkurrieren, sehen viele in Sonderangeboten so etwas wie ein Menschenrecht. Dass Marktmacht auf Dauer niedrige Preise garantiert, kommt indes eher selten vor. Auf den Schutz des Grundgesetzes werden sich Konsumenten an der Kasse später nicht berufen können.

Mit Real gibt es immerhin noch einen fünften Wettbewerber – doch an seinem Erhalt hatte niemand ausreichendes Interesse. Die Metro hat ihre Tochter erst heruntergewirtschaftet und dann den Verkauf zu lange verzögert; die Konkurrenten waren nur darauf fokussiert, nach der Zerlegung die attraktivsten Standorte zu ergattern. Auch die Arbeitnehmervertreter haben sich wenig flexibel gezeigt, als tarifliche Zugeständnisse ein Überleben der Kette noch möglich gemacht hätten. Dies einen Fehler zu nennen, wäre angesichts des ohnehin niedrigen Lohnniveaus allerdings vermessen.

Von Jens Heitmann

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