Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit TUI Deutschland sortiert sich neu
Nachrichten Wirtschaft Weltweit TUI Deutschland sortiert sich neu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 18.10.2013
Von Jens Heitmann
Mehr Effizienz für höhere Margen: TUI Deutschland will das Reisegeschäft aus der hannoverschen Zentrale heraus straffer organisieren. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, soll der Aufsichtsrat von TUI Deutschland die neue Struktur Anfang Dezember beschließen. Ein TUI-Sprecher wollte keine Details bestätigen. „Wir sind auf einem guten Wege“, sagte er am Freitag.

Unternehmenschef Christian Clemens hatte die Umbaupläne im Februar angekündigt. Ziel der neuen Struktur sei es, „schneller als bisher auf Marktveränderungen zu reagieren“, hieß es seinerzeit. Von den geplanten Änderungen sind rund 7000 Mitarbeiter betroffen – ein Arbeitsplatzabbau in großem Stil sei aber nicht geplant, verlautete aus Unternehmenskreisen. Im nächsten Jahr stünden 80 Stellen zur Disposition, man setze auf natürliche Fluktuation und Abfindungen. Daher werde es aus heutiger Sicht auch keinen Sozialplan geben, hieß es.

Anzeige

Die TUI steht vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen drücken die Überkapazitäten im Flug- und Hotelbereich auf die Preise – zum anderen erwarten die Aktionäre des Mutterkonzerns steigende Gewinne. Den Ausweg aus dem Dilemma sucht die TUI mit einer zweispurigen Strategie: Das touristische Massengeschäft will man möglichst effizient über elektronische Datenbanken konfektionieren und abwickeln, gleichzeitig sollen exklusive Angebote eine zahlungskräftigere Klientel in die eigenen, margenstarken Häuser locken.

Die bisher große Anzahl von Gesellschaften unter dem eigenen Dach habe die Steuerung des Geschäfts unnötig verkompliziert, hieß es. Wichtige Entscheidungen müssen mit einer Vielzahl von Gremien abgestimmt werden, zudem verursachen die vielen Schnittstellen einen immensen Abstimmungsaufwand. Dennoch bleibt die Fluggesellschaft TUIfly bei der Neuordnung vorerst außen vor, gleiches gilt für die konzerneigene Beschäftigungsgesellschaft TUI aqtiv.

Mit der neuen Struktur nähert sich TUI Deutschland wieder ihren alten Strukturen an. Anfang 2004 hatte man Callcenter, die Logistik und die Flughafenstationen in die TUI Vertrieb & Service (TVS) ausgegliedert; die Bereiche Gebäudemanagement, Personal sowie das Finanz- und Rechnungswesen wurden in der TUI Dienstleistungsgesellschaft (TDG) gebündelt. Daneben agieren weitere kleine Einheiten – inklusive der Personalentwickler von TCS wurden damals knapp 1000 Mitarbeiter ausgelagert.

Die Fusionspläne spalten jedoch die Belegschaft. Während die Stammmannschaft von TUI Deutschland das Vorhaben eher positiv sieht, gibt es bei der Reisebürotochter Widerspruch. „Unsere TLT ist kein Tante-Emma-Laden, den man im Handstreich übernimmt“, heißt es in einem Aushang des Betriebsrates. Die Arbeitnehmervertreter im TLT-Aufsichtsrat haben gegen die Fusion votiert – sie wurden jedoch überstimmt.

Der Widerstand speise sich zum Teil aus der unterschiedlichen Unternehmenskultur, hieß es. Es gebe aber auch handfeste Gründe: So gilt für die Mitarbeiter von TUI Deutschland bis Ende 2014 eine Beschäftigungssicherung – folglich würden Stellen wohl primär bei TLT abgebaut, sagte ein Betriebsrat.

Es geht aber auch um die künftige Bezahlung. Noch unterliegen TUI Deutschland und TLT beide dem Flächentarif der Touristikbranche, doch dieser Vertrag ist de facto tot. Die Unternehmensführung denke bereits über einen TUI-Haustarif nach, heißt es. Für den Vertrieb wolle sie eine variable Vergütung durchsetzen, die sich an den Umsätzen orientiere. Das lehnen die TLT-Betriebsräte ab. Für die Dienstleistungstöchter gelten bereits Haustarife mit schlechteren Konditionen als denen in der Fläche.

Weltweit Wirtschafts- und Handelsabkommen - EU und Kanada eröffnen die Märkte
18.10.2013
Weltweit Toyota ruft Fahrzeuge zurück - Sicherheitsprobleme bei fast 900.000 Autos
18.10.2013
18.10.2013