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Weltweit Tarifverhandlungen bei IG Metall wieder verschoben
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Tarifverhandlungen bei IG Metall wieder verschoben
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14:47 22.04.2013
Foto: Aus der schnellen, zweiten Tarifrunde wurde am Montag nichts. Die Verhandlungen sind um drei Wochen verschoben worden.
Aus der schnellen, zweiten Tarifrunde wurde am Montag nichts. Die Verhandlungen sind um drei Wochen verschoben worden. Quelle: dpa
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Hannover

Im Ringen um den neuen Tarifvertrag für die rund 100.000 Metaller in Niedersachsen stehen seit Montag die Zeichen auf Konflikt. Nach nur einer Stunde am Verhandlungstisch vertagten sich die IG Metall und die Arbeitgeber von Niedersachsenmetall um rund drei Wochen auf den 13. Mai. Damit sind Warnstreiks nach dem Ende der Friedenspflicht programmiert. Ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte, dass es die ersten Aktionen zwischen Harz und Küste nach dem Tag der Arbeit am 2. Mai geben werde. Aus Sicht der IG Metall hat die Gegenseite am Montag ein völlig indiskutables Angebot vorgelegt.

Niedersachsenmetall präsentierte - wie erwartet - exakt dieselbe Offerte, wie sie die süddeutschen Arbeitgeberkollegen am vergangenen Freitag gemacht hatten: Demnach sollen nach zwei Nullmonaten ohne mehr Geld von Juli an elf Monate mit 2,3 Prozent Entgeltplus folgen. „Das ist ein faires Angebot mit echtem Plus, das zur Wirtschaftslage passt, Beschäftigung sichert und verlässliche Rahmenbedingungen schafft“, verteidigte die Verhandlungsführerin der Metallarbeitgeber, Claudia Beckert, das Angebot. „Die IG Metall sollte jetzt die Kirche im Dorf lassen und nicht mit Warnstreiks drohen“, betonte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall.

Niedersachsens Metallarbeitgeber argumentieren, dass die wirtschaftliche Lage in den Unternehmen noch nie so unterschiedlich ausgesehen habe wie derzeit. Ein großes Plus beim Entgelt überfordere daher viele Betriebe. Stattdessen müssten flexible Möglichkeiten her. Die IG Metall hält dagegen, dass die Branche jüngst Milliarden an Profiten ausgewiesen habe und kerngesund dastehe. Eine Beteiligung der Arbeitnehmer über ein spürbares Lohnplus sei daher nur fair.

IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte am Montag zum süddeutschen Angebot: „Die Prozentzahl ist mickrig und wesentlich zu niedrig. Das ist keine Grundlage fürs Verhandeln.“ Abzüglich der zwei Nullmonate, des zusätzlichen 13. Monats der veranschlagten Laufzeit und eines Effekts bei Sonderzahlungen während der Nullmonate sinke die anfängliche Zahl der 2,3 Prozent schnell klar unter 2 Prozent. „Das ist Reallohnabbau“, rief Meine vor rund 300 Metallern aus der Region Hannover, die am Verhandlungsort für mehr Geld protestierten.

Da Niedersachsenmetall die Tarifverhandlungen blockiere, werde die IG Metall jetzt mit Volkswagen verhandeln. „Am 6. Mai hat der größte Automobilhersteller in Europa die Chance, ein besseres Angebot als die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie auf den Tisch zu legen“, betonte Meine nach einer Gewerkschafts-Erklärung. Die erste Verhandlung für die Beschäftigten von Volkswagen und den Volkswagen-Töchtern beginnt am 6. Mai in Hannover-Langenhagen.

Die IG Metall fordert nahtlos, also von Mai an, 5,5 Prozent mehr Geld, gerechnet auf ein volles Jahr und keinen Monat mehr. Die Dinge des täglichen Lebens hatten sich vergangenes Jahr bundesweit um 2 Prozent verteuert. In Niedersachsen lag die Teuerungsrate bei 1,8 Prozent. Neben der Inflation berücksichtigt die IG Metall bei ihren Tarifzielen beispielsweise auch die Produktivitätsentwicklung, die Konjunktur und die Aussichten in der Branche. Doch auch Forderungen für mehr Umverteilung von oben nach unten können eine Rolle spielen.

Ende April läuft die Friedenspflicht aus. Meine nannte den 2. Mai sowie den 13. und 14. Mai als geplante Termine für Warnstreiks. Es wird derzeit erwartet, dass der bundesweit laufende Tarifkonflikt mit einem Pilotabschluss aus Süddeutschland endet. Dort treffen sich die beiden Tarifparteien wieder am 7. beziehungsweise am 8. Mai.

Den Arbeitgebern in Niedersachsen bot die IG Metall laut eigenen Angaben zehn Termine für das nächste Treffen an, darunter auch welche vor dem Ende der Friedenspflicht. Doch die Gegenseite habe sich auf den 13. Mai festlegen wollen. Verhandlungsort ist wieder Hannover.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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