Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Modefirmen wollen fairer produzieren
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Modefirmen wollen fairer produzieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 16.08.2018
Arbeiterinnen nähen in einer Textilfabrik in Äthiopien, die auch für die deutschen Markt produziert, Kinderwäsche. Quelle: dpa
Anzeige
Düsseldorf/Hannover

 Das auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) 2014 gegründete Textilbündnis nimmt allmählich Fahrt auf. Am Montag hat es zum ersten Mal die konkreten Ziele veröffentlicht, mit denen teilnehmende Firmen für bessere Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Asien und Afrika sorgen wollen. Insgesamt planen die 130 Mitglieder für das laufende Jahr rund 1300 Maßnahmen. Die Veröffentlichung sei ein „wichtiger Meilenstein“, betonte der Leiter des Bündnissekretariats, Jürgen Janssen, am Montag.

Das Bündnis war Ende 2014 als Antwort auf tödliche Unfälle in Textilfabriken in Bangladesch und Pakistan gegründet worden. Ziele sind unter anderem existenzsichernde Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien. Dem Bündnis gehören Modefirmen, Handelsketten, Verbände, Behörden und Hilfsorganisationen an. Zusammen repräsentieren sie knapp 50 Prozent des deutschen Textilmarktes.

2019 wird Bilanz gezogen

Gemeinsam streben sie unter anderem an, bis zum Jahr 2020 mindestens 35 Prozent ihrer Baumwolle aus nachhaltigem Anbau zu beziehen. Hinzu kommen individuelle Ziele. So will zum Beispiel Aldi Nord im laufenden Jahr eine Maßnahme unterstützen oder ins Leben rufen, die auf „die Zahlung existenzsichernder Löhne“ in Produktionsländern abzielt. Viele andere bekannte Namen wie H&M, KiK, Primark oder Gerry Weber haben ebenfalls konkrete Maßnahmen formuliert. Und nicht nur das: 2019 müssen die Mitglieder über ihre Erfolge oder Misserfolge bei der Umsetzung öffentlich Rechenschaft ablegen.

Doch bei dem Bemühen um mehr Umweltschutz und bessere Löhne läuft nicht alles rund. Wie das Textilbündnis berichtete, mussten kürzlich sieben Mitglieder mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden, weil sie die Anforderungen nicht erfüllten. Einige weitere Firmen traten seit Jahresbeginn freiwillig aus. Die Folge: Die Zahl der Mitglieder sank innerhalb von zwölf Monaten von 146 auf rund 130.

Kritik von Aussteiger

Der Hemden-Fabrikant Olymp verließ das Bündnis nach eigenen Angaben, weil sich abzeichnete, „dass die Bündnisarbeit nur sehr mühsam und unbeständig voranschritt, bei gleichzeitig unverhältnismäßig hohem Personal- und Mitteleinsatz“. Dennoch bleibe es „höchstes Bestreben“ von Olymp, seine Produkte unter sozial-, gesundheits- und umweltverträglichen Bedingungen herzustellen, betonte ein Firmensprecher. Aber auch innerhalb des Bündnisses gab es Kritik. Manche Hilfsorganisationen, die dem Bündnis angehören, kritisieren das Tempo als zu langsam und Maßnahmen als nicht ehrgeizig genug.

Der Leiter des Bündnissekretariats Jürgen Janssen hat dennoch keinen Zweifel am Nutzen der Initiative. Wichtig sei, dass Fortschritt stattfinde und öffentlich nachvollziehbar sei. Alleingänge von Unternehmen sieht er eher skeptisch: „Natürlich kann jedes Unternehmen für sich nachhaltiger werden, das ändert aber an den strukturellen Problemen in der Lieferkette wenig. Das kann man im Bündnis besser.“

Von Erich Reimann und Christian Wölbert

Eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen China und den USA würde nach Ansicht der Deutschen Industrie auch die deutsche Wirtschaft hart treffen, denn eine Menge Arbeitsplätze hängen am Export.

13.08.2018

Die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken weisen große Unterschiede auf. Besonders in Ländern wir Bangladesh und Pakistan arbeiten die Menschen unter schlechten Voraussetzungen. Ein bereits 2014 gegründetes Bündnis möchte das nun ändern.

13.08.2018

Der schwedische Möbelhändler will gebrauchte Möbel zurückkaufen und erneut anbieten. Getestet wird dieses neue System von September an in Hannover und an weiteren Standorten.

13.08.2018