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Weltweit Mehr Geschäft durch gläserne Kunden
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mehr Geschäft durch gläserne Kunden
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14:34 12.02.2019
Tui-Chef Friedrich Joussen spricht bei der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover Quelle: dpa
Hannover

Die Tui setzt zur Ankurbelung des Geschäfts auf den gläsernen Kunden. Der Konzern wolle seine individuellen Angebote deutlich ausbauen, sagte Vorstandschef Friedrich Joussen am Dienstag bei der Hauptversammlung in Hannover. Rund 5,5 Millionen Kunden nutzten bereits die Tui-App, 200.000 Reisende hätten im vergangenen Jahr ihren Urlaub über ihr Smartphone gebucht: „Da wir wissen, wer die App benutzt, können wir jeden Kunden individuell mit auf ihn zugeschnittenen Angeboten adressieren.“

Die Tui ist als Reiseveranstalter groß geworden, inzwischen versteht sie sich als Hotel- und Kreuzfahrtkonzern. Die Vermittlung von Unterkünften und der Transport ans Urlaubsziel stehen den Angaben zufolge nur noch für rund 30 Prozent des Ergebnisses, getragen werde das Geschäft vor allem vom Aufenthalt der Gäste in den Ferienanlagen und auf den eigenen Schiffen. Zusätzliche Erlöse erhofft sich der Konzern aus dem stark wachsenden Bereich der Ausflüge und Aktivitäten in den Urlaubsgebieten.

Der Vorstand will diese Geschäfte forcieren, um die Tui profitabler zu machen. In der vergangenen Woche musste die Tui ihre Gewinnziele für das laufende Jahr kassieren, weil das Management das Reiseverhalten falsch eingeschätzt hatte und der Verfall des britischen Pfundes die Kaufkraft der Urlauber aus dem Königreich schwächt. „Wir werden unser Rekordergebnis aus dem vergangenen Jahr in etwa halten, aber nicht steigern“, sagte Joussen.

Die Tui sieht sich als idealer Vermittler für zusätzlichen Ferienspaß am Urlaubsort. Der Konzern hat 27 Millionen Kunden – der Markt für Ausflüge und Aktivitäten belaufe sich weltweit auf mehr als 130 Milliarden Euro und wachse jährlich um 7 Prozent, sagte Joussen. Noch tummelten sich hier mehr als 300.000 Anbieter, entsprechend hoch seien die Margen: „Unser Anspruch ist, den Markt führend zu konsolidieren, in dem wir für die Kunden und für die Anbieter zum besten Marktplatz für diese Aktivitäten werden.“

Noch ist dieses Geschäft vergleichsweise klein: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um rund ein Drittel auf 594 Millionen Euro, der operative Gewinn kletterte um rund 27 Prozent auf knapp 45 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Konzernerlöse beliefen sich insgesamt auf 19,5 Milliarden Euro, der operative Ertrag lag bei knapp 1,2 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben 818 Millionen Euro übrig. Die Dividende steigt von 65 auf 72 Cent.

Aktionärsvertreter lobten den Vorstand für die Leistung im vergangenen Jahr; der Blick nach vorn war weniger zuversichtlich. Vor allem die Unsicherheiten rund um den EU-Austritt der Briten sorgten für viele Fragezeichen, hieß es. Der Verlauf des ersten Quartals im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende Dezember) fiel durchwachsen aus: Die Tui konnte zwar ihren Umsatz um rund 4 Prozent auf 3,7 Milliarde Euro erhöhen, aber der saisontypische Verlust stieg um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro.

Von Jens Heitmann

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