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Weltweit VW kämpft mit hartem Gegenwind
Nachrichten Wirtschaft Weltweit VW kämpft mit hartem Gegenwind
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21:38 25.04.2013
„Tanken“ mit Stecker: Porsche-Chef Matthias Müller zeigt Martin Winterkorn, Olaf Lies und Ferdinand Piëch (von links nach rechts) den Panamera als Hybridversion.Surrey
„Tanken“ mit Stecker: Porsche-Chef Matthias Müller zeigt Martin Winterkorn, Olaf Lies und Ferdinand Piëch (von links nach rechts) den Panamera als Hybridversion. Quelle: Surrey
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„Die kommenden Monate werden alles andere als leicht“, prognostizierte er vor rund 2200 Teilnehmern. Man werde sich deshalb „mehr denn je ins Zeug legen und alles geben“ müssen. Der VW-Chef mahnte mehr Kosten- und Investitionsdisziplin sowie „viel Flexibilität in der Produktion“ an, ohne näher ins Detail zu gehen.

Derzeit liegen die meisten Automärkte am Boden - ausgenommen China und Nordamerika. Besonders prekär ist die Lage auf dem Heimatmarkt der Wolfsburger, in Westeuropa. Er befindet sich seit gut anderthalb Jahren auf Talfahrt. „Die Schuldenkrise ist nicht überwunden, die Verunsicherung der Verbraucher mit Händen zu greifen“, so Winterkorn. 2013 werde deshalb „für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung. Auch für uns bei Volkswagen.“

Die Wolfsburger hatten sich der Talfahrt lange Zeit entziehen können, verzeichnen aber inzwischen seit Monaten eine fallende Nachfrage. Die Folgen präsentierte der Konzern einen Tag vor dem Aktionärstreffen mit seinen Quartalszahlen - mit fallenden Umsätzen und einbrechenden Gewinnen. Allerdings waren die Werte für die ersten drei Monate gerade deshalb vergleichsweise schlecht, weil das Geschäft im ersten Quartal 2012 noch glänzend lief. Dieser Effekt wird sich im Laufe des Jahres abschleifen. Winterkorn peilt deshalb weiter für 2013 insgesamt Zuwächse bei Absatz und Umsatz sowie ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau an - „allen konjunkturellen Unwägbarkeiten zum Trotz“.

Die Aktionäre wollten sich die Feierlaune deshalb auch nicht verderben lassen. „Wir jammern zum Glück auf hohem Niveau“, sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Ulrich Hocker. VW sei der einzig verbliebene deutsche Konzern unter den 25 größten Unternehmen der Welt und habe „ein Spitzenjahr“ hinter sich. Die Aktionärsvertreter bemängelten die niedrige Ausschüttung. Angesichts eines Gewinns von 46 Euro pro Anteilsschein sei eine Dividende von 3,50 Euro je Stamm- und 3,56 Euro je Vorzugsaktie „vollkommen unangemessen“, sagte Hansgeorg Martius, Vorstandschef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

MAN wird Befehlsempfänger: Unterdessen haben die Aufsichtsräte von Volkswagen und MAN grünes Licht für den geplanten Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag über die Lkw-Tochter gegeben. Beide Gremien hätten in den vergangenen Tagen ihre Zustimmung erteilt, sagte VW-Finanzchef Hans-Dieter Pötsch auf der Hauptversammlung. Anfang Juni muss noch die Aktionärsversammlung von MAN den Vertrag abnicken. Dort verfügt VW aber bereits über mehr als 75 Prozent der Stimmrechte.

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