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Weltweit Schnelle Kommunikation mit dem Großaktionär
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Schnelle Kommunikation mit dem Großaktionär
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00:27 26.07.2014
Von Stefan Winter
Kontaktpflege in der Repräsentanz: VW-Lobbyist Steg, Betriebsratschef Osterloh, Ministerpräsident Weil, Landtagspräsident Busemann und VW-Vorstand Neumann (v. l.). Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

Über allem schwebte dann aber doch ein anderes Thema - denn wenn der VW-Chef gerade vom Sparen und von Problemen gesprochen hat, ist das ungewohnt und darf „Brandrede“ genannt werden. Es beschäftigt mit dem Konzern automatisch halb Niedersachsen.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte schon alles Nötige auf der morgendlichen Betriebsversammlung gesagt, schob aber seinen Ärger über das Wort „Sparprogramm“ nach: „Es wird kein Sparprogramm geben, das ist ein Effizienzprogramm.“ Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat Winterkorns Mahnung nicht überrascht. Man habe sich lange mit den quantitativen Zielen beschäftigt - etwa mit dem Vorhaben, 2018 mindestens 10 Millionen Autos zu bauen. Jetzt sei es nur richtig, die qualitativen Ziele in den Blick zu nehmen - eine solide Rendite zum Beispiel. Abgesehen davon sei die neue Repräsentanz ein Weg, Kommunikationsprozesse zu beschleunigen - ganz im Sinne der neuen Konzernlinie. Personalvorstand Horst Neumann sieht das Büro als Zeichen der Verbundenheit mit Niedersachsen und lobte die Rolle des Landes als Großaktionär; angesichts der Konzernerfolge könne die Konstruktion so falsch nicht sein.

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Details von Winterkorns Plänen und Zweifel an der Rentabilität der deutschen Tiguan-Fertigung waren in der Landesregierung durchaus registriert worden. Solchen Irritationen kann die neue Repräsentanz in der Landeshauptstadt vorbeugen. Im Medienzentrum am Steintor hat sich der Konzern eingemietet. Mitarbeiter der Konzernkommunikation und der Außenbeziehungen sollen von hier aus nicht nur den Kontakt zur Öffentlichkeit und zum Großaktionär in der Staatskanzlei pflegen, sondern auch Verbände und Institutionen betreuen. Treibende Kraft dahinter ist der für Außenbeziehungen - oder schlichter: Lobbying - im Konzern verantwortliche Thomas Steg. Der war nicht nur stellvertretender Sprecher der Bundesregierung, sondern einst auch im niedersächsischen Sozialministerium tätig.

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