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Weltweit Boeing-Absturz trifft Versicherer Talanx
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Boeing-Absturz trifft Versicherer Talanx
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00:15 21.03.2019
Talanx-Zentrale in Hannover: Der Gewinn soll von 700 auf 900 Millionen Euro klettern Quelle: Thomas Bach
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Hannover

Der Boeing-Absturz in Äthiopien belastet auch Talanx. Der Unfall wird den hannoverschen Versicherungskonzern wohl einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag kosten, wie Vorstandschef Torsten Leue am Montag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2018 sagte. Talanx kann den Schaden allerdings gut verkraften: Das Budget für Großschäden liege bei über eine Milliarde Euro, betonte Leute. An seinem Gewinnziel für 2019 hält Talanx unverändert fest.

Der Flugzeugabsturz trifft den Konzern doppelt. Die Tochter Hannover Rück deckt als Rückversicherung erstens Schäden durch den Unfall selbst ab, etwa Entschädigungen für Angehörige von Opfern. Zweitens steht sie auch für Kosten von Fluglinien gerade, deren Maschinen durch behördliche Flugverbote am Boden bleiben müssen.

„Das wird schon ein größerer Luftfahrtschaden werden“, sagte der für die Rückversicherung zuständige Vorstand Ulrich Wallin. Man kaufe für solche Fälle aber auch selbst Schutzpolicen ein. Deshalb werde der Schaden für das Unternehmen unter dem Strich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bleiben.

Talanx treibt weiterhin sein vor drei Jahren begonnenes Stellenabbauprogramm voran. Damals hatte der Konzern angekündigt, bis 2021 rund 930 Jobs zu streichen. In diesem Rahmen müsse man nun noch „knapp unter 300“ Stellen abbauen, um das Gesamtziel zu erreichen, sagte der zuständige Vorstand Jan Wicke am Montag. Rund die Hälfte der 300 Arbeitsplätze wird in Hannover wegfallen – das hatte Talanx bereits im Dezember bekanntgegeben. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Pläne als unsozial.

Im Vorjahr kam der Konzern bei der Sanierung seines Industriegeschäfts voran. Nach zahlreichen Großschäden, vor allem durch Brände, will Talanx höhere Preise durchsetzen. Bis Anfang März seien knapp 90 Prozent der bis 2020 geplanten Erhöhungen mit den jeweiligen Kunden vereinbart worden, teilte das Unternehmen nun mit. Die Bruttoprämien in dem Segment legten 2018 von 4,5 auf 4,7 Milliarden Euro zu, das Ergebnis brach jedoch von 91 Millionen Euro im Vorjahr auf ein Minus von 16 Millionen Euro ein.

Gewinn soll kräftig steigen

Insgesamt stieg der Talanx-Gewinn im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 703 Millionen Euro. Außer der Industrieversicherung trugen alle Bereiche dazu bei, wie Leue betonte. Seinen Anteilseignern will Talanx nun eine Dividende in Höhe von 1,45 Euro je Aktie zahlen, das sind 5 Cent mehr als im Vorjahr. In den vergangenen fünf Jahren hatte der Konzern ebenfalls die Dividende gesteigert.

Leue bekräftigte am Montag seine Gewinnprognose für 2019: Er peilt die Marke von rund 900 Millionen Euro an. Voraussetzung dafür sei, dass die Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und es keine „Verwerfungen“ an den Kapitalmärkten gibt. Die Bruttoprämien sollen um rund vier Prozent zulegen. „Wir wollen uns mehr fokussieren: dort, wo wir sehr gut sind, wollen wir auch mehr machen“, sagte Leue.

Von Christian Wölbert und Ralf Krüger

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